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Der Parfum-Blog

No perfume recommendations for Christmas 2014?

Let’s face it: Many of us haven’t even finished last year’s bottle of their annual Christmas gift-pack. With more than 1700 (!!!) NEW fragrances flooding the market in 2014 and the most popular mass-market fragrance family still being the fruity floral, I have to ask the question of whether it is really worth buying the latest releases.

Since “niche fragrance” has become the new hype, many so-called “niche lines” have been launched by well-known, big companies. So be concerning:  an extremely high price and the aspect of “limited distribution” in a posh perfumery do not automatically entail a genuine, “artistic” niche fragrance. We all know that the big companies have to worry about budgets and focus groups, cost and saleability. That’s why you find so many repetitions and copies on the market: one mega-seller always becomes the model for other fragrances done in the same way.

But let’s look at some of this year’s mainstream launches.

BottegavenetaKnotot Knot – by Bottega Veneta. Neroli and lavender rule. A white, clean bathroom-scent. Average. The first Bottega Veneta was much better.

 

DaisyDreamRol Daisy Dream – by Marc Jacobs. Light, fresh, generic. Just another flanker in a pretty perfume vessel.

 

ForeverVera Forever Vera – forever fruity-floral? It seems as if they never  change the basic formula, they just add some new aromachemical reaking of a new type of fruit/flower.

 

Wunderwasser for herWunderwasser” by 4711- even Eaux de Colognes have to take the fruity road – no wonder and no admiration on my part here. An inoffensive EdC, not distinctive enough to be called “Wunderwasser”.

 

LotusIsseyMiyake1 L’Eau d’Issey Lotus – by Issey Miyake: a nice flanker. But if you haven’t emptied your bottle of the original L’eau d’Issey yet and if you aren’t a collector, why bother?

 

KarlLagerfeldfemmeneu The 2014 Karl Lagerfeld fragrance is the worst scent ever released under his name. I bet the great designer never tried this awful chemical soup himself.

 

LLaimeEdt L L’Aime Eau de toilette – by Lolita Lempicka. The Eau de Parfum from 2013 was called “Elle l’aime” and smelled much better. Why should you buy this 2014 Eau de toilette?

 

CoqueD'Or Poudre1 Coque d’Or Shimmering Powder  – by Guerlain. Such a huge disappointment. The bottle is from cheap plastic and the powder itself doesn’t even emanate a distinctive smell. At the price of approx. 78 Euro this was my worst Guerlain-experience ever.

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If you want to give your family&friends a good perfume for Christmas, try to find out what they liked/wore/loved/used in the past and don’t give them the latest flanker, the perfume in the most attractive vessel or the random designer fragrance recommended by the charming young shop-assistant.

Instead, follow your nose and start by looking at perfumes from the same fragrance family. If your friend is fond of a particular perfume, she/he will probably like others belonging to the same category.

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Always remember that perfumes are a way of communicating without words. A fragrance  expresses, represents and defines its wearer – and it always has an impact on others.

So what is it YOU want to communicate by choosing a particular fragrance for your loved ones?

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Don’t make your choice in a few minutes, don’t be guided by the brand-name, the image, the campaign. Devote more energy than just a short visit at the perfume counter to your aim of finding the right fragrance for someone you love/like.

Thus picking the right gift could turn into an exciting journey off the beaten track of fragrance campaigns.

Sturztag (59 von 167-02)

 

P.S. If you need further inspiration, you can certainly find some in my book:

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 99 Scented Balloons reveals the secrets of 99 different perfumes (niche and mainstream),  an informative and entertaining bilingual guide.

Order your personal copy via e-mail: info@perfumeguide.de

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Schriftzug 03. de

 

 

 

 


People&Perfumes: Interview mit der Sängerin Larissa Dück

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Larissa Dück ist eine außergewöhnliche Sängerin, die aus Sibirien stammt und in ihrer Jugend in Barnaul zunächst an der dortigen Musikhochschule Bass-Balaleika und Akkordeon sowie Orchesterleitung und Klavier studierte. Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland begann sie im Alter von 33 Jahren in Frankfurt a.M. mit einer Gesangsausbildung, die sich wirklich gelohnt hat, denn seit mehr als zehn Jahren ist Larissa Dück eine feste Größe in der Musikszene Hessens. Ihr großes Repertoire umfaßt sowohl russische Folklore als auch Operette, Musical und Klassik. In unzähligen Konzerten im Frankfurter Raum von Bad Nauheim über Marburg, von Friedberg über Bad Vilbel etc. hat Larissa Dück ihr großes Können und ihre Vielseitigkeit bereits bewiesen und begeistert ihr Publikum immer wieder mit ihrer warmen und facettenreichen, eindrucksvollen und unverwechselbaren Sopranstimme. Mit ihrem Mann, dem bekannten Akkordeonisten Vassily Dück, verbindet sie eine kongeniale Musikerpartnerschaft: Auftritte der beiden Künstler sind immer ein besonderes Vergnügen.

Larissa Dück wuchs in einem idyllischen Dorf in Sibirien auf, und so verwunderte es mich nicht, daß ihre ersten Dufterinnerungen mit der alten Heimat zu tun haben.

-Was sind Deine frühsten Dufterinnerungen?

– Als Kind auf jeden Fall der Duft von Tannen, von Nadelholzwäldchen… aber auch der Duft von Holzdekofiguren, die wir an unseren Weihnachtsbaum hängten. Das waren hangeschnitzte Deko-Figuren, die einen besonderen Geruch verströmten…

Parfum schenkten wir uns während meiner Kindheit und Jugend nicht, aber ich erinnere mich an das Maiglöckchen-Parfum, das meine Mutter benutzte, und natürlich an “Krasnaya Moskva”. Das hatten damals fast alle Frauen. Zudem besaß meine Oma Parfumöle, die nach Weihrauch rochen. Ich schlief mit ihr in einem Zimmer, wo sie einen kleinen Altar hatte, auf dem Kerzen brannten … und kleine Petroleumlämpchen… an den spezifischen Geruch erinnere ich mich bis heute. Und außerdem mag ich den Geruch von Wäschestärke – auch so eine Kindheitserinnerung.

- Wann hast Du zum ersten Mal ein Parfum geschenkt bekommen? 

– Da war ich 18, der Duft hieß “Tete-a-Tete”, den bekam ich von einem Verehrer. In der UdSSR waren Parfums echter Luxus, oft benutzen wir Deosprays, um uns ein bißchen zu beduften. Die waren nicht so teuer.

Wann kamst Du in Kontakt mit den ersten Parfums aus dem Westen? 

-Da war ich schon 25 und verheiratet. Mein Mann brachte mir von einer Konzertreise “Laura” von Laura Biagiotti mit. Diesen Duft benutzte ich dann sechs Jahre lang, er gefiel mir unheimlich gut.

-Was gefiel Dir so gut an “Laura”? Laurarosa

-“Laura” war so anders als die schweren russischen Parfums, so leicht und frisch. Und auch viel schöner als “Opium”, das erinnert mich an Petroleum und ist viel zu stark für mich. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. “Charlie” von Revlon hatte ich auch mal. Gefiel mir aber auch nicht besonders. Zu scharf.

Hat sich Dein Geschmack geändert, als Du nach Deutschland kamst?

– In den ersten Jahren hier waren mein Mann und ich nur mit Aufbau beschäftigt. Wir haben ein Grundstück gekauft, ein Haus gebaut, wir hatten zwei kleine Kinder. Ich war ständig eingespannt und hatte überhaupt keine Zeit für mich selbst, kümmerte mich weder um Kosmetik noch Mode. Wenn ich nicht mit dem Hausbau oder meinen beiden Jungs zu tun hatte, ging ich in die Gesangstunde und feilte an meiner Technik und am Repertoire. Erst nachdem ich nach vier Jahren konsequenter Ausbildung einen Gesangswettbewerb in der Alten Oper in Frankfurt gewonnen hatte, nahm ich mir wieder mehr Zeit für mich selbst. Ich bin nämlich der Meinung, daß Düfte uns verschönern! In Italien entdeckte ich dann vor einigen Jahren das Parfum “Bulgari Blu”, das ich extrem gerne habe. Es ist quasi mein Lieblingsduft.

-Wann benutzt Du ihn? Täglich? 

-Nein, dafür ist er jetzt zu selten geworden. Ich nehme ihn besonders gern, wenn ich auftrete. Leider wird “Bulgari Blu” nicht mehr überall angeboten, man muß jetzt schon danach suchen. Vassily, mein Mann, hat vor kurzem noch eine Flasche für mich in Paris aufgetrieben. Ich mag diesen sanften, leicht pudrigen Duft sehr.

Welche Parfums gefallen Dir noch?

– Ich bevorzuge Düfte, die irgendwie nach Theater und Lippenstift riechen. Parfums mit pudrigen Noten, z.B. “Royal Bain” von Caron. Royalbain.

Außerdem gefällt mir das “neue Shalimar” total gut!

ShalimarParfumInitialDieses “Shalimar Parfum Initial” mag ich persönlich sehr viel lieber als das klassische “Shalimar”. Und wenn ich Sport mache, verwende ich momentan ganz gern einen aquatischen Duft: “Seathalasso”: Seathalasso Der ist gar nicht so wenig haltbar, wie man denken könnte. Außerdem wissen die Leute, die ihn in meiner Umgebung riechen, nicht, daß es ein Eau de Toilette ist, was sie da wahrnehmen. Sie tippen immer auf frische Wäsche oder Duschgel.

Gibt es denn einen russischen Duft, den Du sehr magst?

-Nun, ich liebe das Parfum “Nikita” von Slava Saitzev.

nikita Doch ist das nicht aus russischer Produktion, sondern von L’Oréal – und wird nicht ‘mal in Deutschland verkauft, sondern nur in Belgien oder Holland.  Mein letzter Flakon ist leider schon leer. Und ich suche das Parfum “Kukushkini Sloski”. Das habe ich in Rußland bei einer Freundin gerochen und fand es absolut toll. Ansonsten ist der russische Parfum-Markt nicht so prickelnd. Die Qualität läßt leider zu wünschen übrig.

-Und welche Duftrichtung sollte man Dir auf keinen Fall unter den Weihnachtsbaum legen?

– Ich mag diese schweren Parfums nicht. Bei “Coco” von Chanel denke ich an einen dicken Samtmorgenrock. Der Duft hat etwas Erdrückendes für mich. “Angel” kann ich auch nicht besonders leiden. Und extrem Blumiges ist auch nicht so mein Fall. Aber “Mi Fa”, ein Nischenduft von der Firma Reminiscene, der hat es mir angtan. Den würde ich gern unterm Weihnachtbaum finden!

 


Warum in die Ferne schweifen…? Ich empfehle: Ein Duftseminar in Köln

Eigentlich wollten wir ein Parfum-Seminar in Grasse belegen, doch die Herbstferien waren zu kurz, die Anreise zu teuer und die Seminarsprache Französisch für meine Freundin eine kleine Hürde. So kamen wir auf die Idee, uns nach einem Parfum-Workshop in der Heimat umzusehen und stießen auf die Duftschulung in der Glockengasse No. 4711 in Köln. Obwohl das legendäre “Eau de Cologne”, dessen Rezept der Kölner Kaufmann Wilhelm Muehlens im Jahre 1792 als Hochzeitsgeschenk von einem Kartäusermönch erhielt, nicht zu unseren Lieblingsdüften gehört, weckte der Seminartitel “Create your own Cologne” unser Interesse. Daher machten wir uns letzten Donnerstag auf in die Domstadt und wurden nicht enttäuscht! Im Gegenteil, der Parfum-Workshop hat einen Riesenspaß gemacht.

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Unter fachkundiger Anleitung lernten wir zunächst die Grundstoffe kennen, aus denen das berühmte “4711” besteht. Man sollte bei der Beurteilung des Kölnisch Wassers nicht vergessen, daß es zunächst als Gesundheitstrank und “Lebenselixier”, ja, als Medikament verwendet wurde. 1810 erließ Napoleon ein Dekret, das die Hersteller von “Geheimrezepturen zur innerlichen Anwendung” dazu zwang, ihre Inhaltsstoffe offenzulegen. So entschloß sich Wilhelm Muehlens dazu, sein Kölnisch Wasser als Duft zu vermarkten. Die genaue Rezeptur wird bis heute streng geheim gehalten. Doch natürlich sind die Basisöle bekannt und konnten von uns zunächst einzeln und dann in ihrer Gesamtheit gerochen werden. Bergamotte, Zitrone und Orange wirken vitalisierend und erfrischend, Lavendel und Rosmarin beruhigen und stärken und Neroli (gewonnen aus der Blüte der Bitterorange) werden stimmungsaufhellende Eigenschaften zugesprochen.

4711FlakonJabil24711FlakonJubilae Übrigens feiert das legendäre “4711” in diesem Jahr seinen 222. Geburtstag! Hier sehen Sie die beiden Flakons der limitierten und handsignierten Artist Edition zum Jubiläum von 4711 Echt Kölnisch Wasser. Das Streetart-Künstlerpaar Koralie und Supakitch hat zum 222. Geburtstag am 8.10.2014 zwei extrem dekorative, wunderschöne Sammler-Flakons entworfen, die jeweils 800 ml Kölnisch Wasser enthalten.

Im Duftseminar dient das klassische Kölnisch Wasser als “Nasenöffner” und Einstieg in die Erkundung weiterer Duftstoffe, die jede Teilnehmerin im weiteren Verlauf zu einer eigenständigen Kreation mischen kann.

21 verschiedene Inhaltsstoffe standen auf dem Tisch vor uns bereit und mußten erschnüffelt werden. Diese Zahl klingt zunächst sehr niedrig, doch wir merkten schnell, daß es unmöglich wäre, in 90 min mehr als diese Menge zu testen, auszuwählen und zu mischen. Was die Arbeit erleichterte, war die Einteilung in “Basisdüfte” und “Störer”, ein Wort, das ich sehr amüsant und treffend finde. Petitgrain z.B. wird als “Störer” bezeichnet, während Vanille eine Baisnote abgibt.

4711Zutaten

Das Testen, Mischen, Überlegen und Riechen ist eine wunderbare Aktivität für alle DuftliebhaberInnen, zumal die Duftkomponenten sehr hochwertig sind und man sofort merkt, daß die Organisatoren sich im Vorfeld sehr viele Gedanken gemacht haben: Hier passen die meisten der angebotenen Bausteine sehr gut zusammen. Ein richtig schauderhaftes Eau de Cologne nimmt wohl niemand von diesem Seminar mit nach Hause. Wer unsicher ist, bekommt Hilfe und Anleitung von der sympathischen Seminarleiterin Monika Hadrys, die eine extrem geübte Nase hat und ihr fundiertes Wissen auf charmante und humorvolle Art vermittelt.

Mein eigenes Eau de Cologne enthät zu gleichen Teilen eine Basis aus Bergamotte und grünem Tee, dazu drei Tropfen Basilikum, drei Tropfen Lavendel, 3 Tropfen Pomeranze, vier  Tropfen Petigrain, drei Tropfen Mate und drei Tropfen Vanille. Herausgekommen ist ein  leichter, grüner, erfrischender Duft, der ein bißchen an Jo Malones “Earl Grey&Cucumber” Eau de Cologne erinnert und den ich auch in der Absicht kreiert habe, einen Ersatz für dieses von mir geliebte Duftwässerchen zu bekommen, das nicht mehr hergestellt wird.

Durch die Mate und das Basilikum ist mein Duft aber etwas herber als “Earl Grey&Cucumber” geworden. Leider bekommt man nur einen 30 ml Flakon für die Eigenkreation…ich muß wohl nochmal nach Köln fahren, um mir Nachschub zu besorgen.

Das Duftseminar findet jeden Donnerstag statt, Beginn ist um 15.00 im Stammhaus von “4711” in der Glockengasse. Ich wußte übrigens vorher nicht, wie schön die Verkaufshalle und der Seminarraum sind. In wundervollen Vitrinen, die teilweise in den Fußboden integriert sind, zeigen die Kölner herrliche Flakons aus ihrer reichen Geschichte. Eine Augenweide. Zahlreiche Werbeplakate, Seifendosen und alte Kataloge ergänzen die Ausstellung.

4711alteflaschenkarat4711VioletteMarquise

4711Werbeplakat4711alterkatalog

 

Was lese ich gerade in der Broschüre über das “Dufthaus 4711″:

“Das Leben besteht aus wundervollen Momenten”.

Stimmt! Der Besuch in Köln war ein solcher Moment.


Lalique-Flakons: Die perfekte Synthese von Parfum und Design

Frankreich verdankt den Korsen so einiges. Als der Jahrhundertparfumeur Francois Coty (geboren im Jahre 1860 als Francisco Giuseppe Spoturno auf Korsika) sein Geschäft auf der Place Vendome in Paris eröffnete, hatte er ziemlich schnell den genialen Einfall, den Glaskünstler René Lalique mit ins Boot zu holen.  Die Zusammenrabeit zwischen Lalique und Coty erwies sich als extrem fruchtbar und produktiv, denn die Idee, Parfum in einem eigens für eine bestimmte Sorte angefertigten Flakon als fertiges Gesamtprodukt zu verkaufen, war relativ neu.

Man muß sich klarmachen, daß vor Coty die KundInnen ihren Duft fast immer in eher einfachen Glasflaschen beim Parfumeur ihrer Wahl erwarben, um ihn dann in einen persönlichen Schmuckflakon umzufüllen. Coty präsentierte seine Parfums in Flakons von Lalique, die so schön waren, daß sich ein Dekantieren in andere Behältnisse erübrigte.

Schon 1909 designte Lalique für Coty die ersten Flakons (“Cyclamen”), und da Laliques und Cotys Produkte sehr gut ankamen, folgten flugs Aufträge anderer Parfumhäuser, z.B. von Roger&Gallet im Jahre 1910 (“Cigalia”) oder von D’Orsay 1911 (“Ambre D’Orsay”).

Rosine und Worth beauftragten Lalique ebenfalls mit der Herstellung von Flakons, und Lalique eröffnete 1921 eine Glasfabrik in Wingen-sur-Moder (in der Nähe von Strasbourg), die noch heute besteht.

Auf der Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes in Paris im Jahre 1925 gewann Lalique viele Preise und erntete höchste Anerkennung mit seiner Kunst. Nach René Laliques Tod am 5. 5. 1945 übernahm sein Sohn Marc die Fabrik.

Die berühmteste Parfumflasche, die Lalique jemals produziert hat, ist die ikonische Taubenflasche (Deux colombes) für “L’Air du temps” aus dem Jahr 1947. Das Design wird auch heute noch verwendet und variiert:

L'AirdutempsEdTlairdutempsLairdutempsspecial

LairdutempsputmannL'air du temps by Starck

L’Air du Temps Flakon von Designer Philipp Starck (liegend, links).

 

In den 70er und 80er Jahren produzierte Lalique 50% aller Flakons für Nina Ricci, eine großartige Zeit für Sammler, denn die Flakons waren gemessen an heutigen Preisen noch relativ erschwinglich.

Der Schoenste (16 von 12) Hier der Lalique-Flakon von “Farouche”.

NinaaltOder der Flakon für “Nina” (heute leider ein ganz anderer Duft).

Nina Ricci Parfums werden heute auch noch in sehr hübschen Flakons angeboten, doch ist der Flakonhersteller schon lange nicht mehr Lalique – und die meisten Flaschen haben Stöpsel und Verschlüsse aus Plastik.

Nicht so die Parfumflakons, die von der Firma “Art&Fragrance” herausgebracht und die auch heute noch von Lalique in Wingen-sur-Moder in Handarbeit aus Kristall mundgeblasen werden:

 

 

Der Schoenste (21 von 17)

Der Schoenste (13 von 17)Der Schoenste (25 von 17-02)

Hier die limitierte Edition “Deux Paons” von Lalique aus dem Jahre 2014.

 

 

Lalique (17 von 24)Lalique (19 von 24) Hier die Edition “Cascade” aus dem Jahre 2010.

sherazadeLallick Tag (8 von 40)Lallick Tag (14 von 40)Und last not least die Edition 2008 im Flakon, der den Namen “Shéhérazade” trägt.

Die Parfums, die unter dem Label “Lalique” produziert werden, sind allesamt starke und eigenständige Kreationen. Lalique (31 von 22)

Auch die Herrendüfte sind empfehlenswert. Hier werden heute beim Flakon-Design u.a. Motive benutzt, die Lalique ab 1925 für die Motorhauben/Kühler von Luxuslimousinen entworfen hatte.

Laliquepourhomme2    Doublette 999-999-999-99-691

 

Bei den Damendüften muß man natürlich den großen Klassiker “Lalique de Lalique” hervorheben, einen eleganten Blumenduft, der manchen vielleicht ein bißchen “madamig”  vorkommt, den ich persönlich aber wesentlich ansprechender finde als so manche moderne Nischen-Komposition, die zumeist in einer öden puristischen, rechteckigen Glasflasche steckt. “Lalique de Lalique” ist zudem eine Kreation der großartigen Parfumeurin Sophia Grojsman, die meiner Meinung nach noch nie ein schlechtes Parfum komponiert hat.

Lalique (11 von 24)

 

Lalique (30 von 24) Hier das Eau de Parfum im Zerstäuber und das Extrait im limitierten Kristallflakon. Lalique (25 von 24)

 

Wer einen hochwertigen Duft in einem außergewöhnlich Gewand sucht, wird bei Lalique stets das Besondere finden.

 

 


Gute Düfte für kleines Geld

Seit Jahren beschäfte ich mich mit Parfums und erinnere mich noch gut an die Zeiten als die sogenannten “Nischendüfte” mich positiv überraschten, ja, geradezu begeisterten. Natürlich waren sie meistens teurer als Produkte aus dem Mainstream-Bereich, verzauberten aber durch ihre Andersartigkeit, ihre innovative Kraft  oder die besondere künstlerische Handschrift des Parfumeurs oder der Parfumeurin hinter der Marke (man denke an Patricia de Nicolai, Serge Lutens oder Bertrand Duchaufour). Mittlerweile jedoch ist der “Nischenmarkt” überheizt und “over-hyped” und es wird immer schwieriger, die Spreu vom Weizen zu trennen. Alle Konzerne sind auf den Nischenzug aufgesprungen und bieten special editions an, die z.B. “Les Exclusifs” oder “La Collection Extraordinaire” heißen. “Rare Distribution” lautet hier das Marketing-Zauberwort. Völlig überteuerte Marken kämpfen um verwöhnte, kapitalkräftige Kunden, und man baut Parfum-Tempel, in die sich “Normalsterbliche”  kaum mehr hineintrauen. In einigen Tagen wird z.B. Roja Dove im Londoner Nobelkaufhaus Harrods eine noch schönere, noch edlere und noch exklusivere  Parfum-Boutique eröffnen als seine bisherige “bescheidene” Parfumhütte im obersten Stockwerk von Harrods. Dort wird dann die finanzstarke Elite hinpilgern und sich die neusten Kreationen andrehen lassen. Doch muß man wirklich 600 Euro für eine Flasche Wohlgeruch ausgeben? Sind die Unterschiede zwischen Billigsegment und Nobelwelt wirklich so gigantisch? Nein! Es geht auch günstiger.

Wer auf Türsteher im Livrée, glänzende Tragetaschen und das ganze Spitzenambiente einer Luxusparfümerie verzichten kann und zudem keinen Wert auf die äußere Hülle, sprich den Flakon, legt, der sollte weder vor Drogerie-Märkten, Durchschnitts-Kaufhäusern oder Internet-Anbietern zurückschrecken. Wer ein Parfum jedoch vor allem als Prestigeobjekt sieht und sich über einen hohen Preis auch gegen Stinkbomben aus der Flasche absichern will, der läßt sich sicher gern in den Nobelparfümerien der Welt bestätigen, einen hervorragenden Geschmack und Stil zu haben. Wie oft schon habe ich mir an diesen Orten blind tests gewünscht… – sowohl für die Kunden als auch für die Verkäuferinnen. So manche vermeintliche Billigmarke würde in einem Blindtest besser abschneiden als die Hochpreisigen.

Daher gibt es für mich nur ein Motto: Trust your nose, not your wallet! Try everything!

Zum Beispiel: AOUD oder OUD oder Adlerholz

Offensichtlich das Moschus der 2010er Jahre.  Alle Firmen haben mittlwerweile Aoud-Düfte im Programm – und täglich scheinen neue hinzuzukommen. Die Anbieter behaupten fast alle, ihr Aoud sei natürlich und super-hochwertig. Das kann ich nicht überprüfen. Doch auf jeden Fall ist es sehr seltsam, daß immer mehr und mehr Aoud-Parfums hergestellt werden – und dies bei angeblicher Ressourcenknappheit. Insider aus der chemischen Industrie haben mir schon vor fünf Jahren erzählt, daß man AOUD künstlich sehr gut und billig nachbilden kann. Noch Fragen?

SplendidArabiaGoldOud Diesen orientalischen Aoud-Hammer fand ich im Internet. (Preis 10 Euro). Wirkung nicht anders als bei hochpreisigen Aoud-Parfums.

Monday3 Und auch dieses arabische Duftöl ist getränkt mit Aoud, Gewürzen und Amber. (Preis circa 12 Euro).

Amüsanterweise mögen meine Freundinnen aus Syrien, dem Irak und auch aus dem Iran Aoud-Parfums  überhaupt nicht. “Altmodisch”, “langweilig”, “zu traditionell” waren die Schlagworte, die sie mir zuriefen, als ich ihnen verschiedene Aoud-Parfums (hochpreisige und günstige!) vorführte. Warum ausgerechnet der Westen, der in vielerlei Hinsicht mittlerweile durchaus als islamophob angesehen werden kann, in seinen Nobelparfümerien traditionelle Parfums aus “Arabien” zelebriert, ist eine Frage, die mich seit langem bewegt. Vielleicht geht es um die  Vereinnahmung eines für viele Westler enigmatischen Kulturkreises, der bitteschön brav so funktionieren soll wie wir es uns aufgrund unserer Lektüre von “1000 und eine Nacht”  vorstellen. Die Komplexität und Widersprüchlichkeit der modernen arabischen, in unserer Wahrnehmung “orientalischen” Gesellschaften wird negiert und die Vielfalt der Lebensentwürfe wird reduziert auf Klischées wie “Harem” und “raffinierte Verführung”, olfaktorisch ausgedrückt durch das omnipräsente AOUD.

 

Zum Beispiel: Günstige Nachbauten erfolgreicher Mainstream-Düfte

Wer echte preisliche Alternativen zu etablierten Marken sucht, sollte sich bei Jeanne Arthes umschauen. Die Firma produziert alle Parfums in Grasse, der französischen Duftmetropole.

guipureand silk “Guipure&Silk” erinnert an “Hypnotic Poison”. (Circa 10 Euro für 100 ml).

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“Vanille Tropicale” kann mit “Vanille Exquise” von Annick Goutal mithalten. “Vanille Tropicale” gibt es aktuell für circa 7 Euro im Drogeriemarkt.

Jeanne2Bild2 “Jeanne 2″ ist ein leichter, zitronig-holziger Duft, der an Diors “Escale a Portofino” erinnert. (Circa 10 Euro. Gefunden bei Karstadt in Gießen.)

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“Amore Mio Forever” ist den aktuellen “Nina-Düften” von Nina Ricci nachempfunden. (Circa 7 Euro bei Rossmann).

 

Eine weitere Parfum-Firma aus Grasse, die hervorragende Parfums anbietet, ist Fragonard. 

BelledeNuit2 “Belle de Nuit” ist beinahe identisch mit “J’Adore” von Dior. 200 ml von “Belle de Nuit” im nachfüllbaren Flakon sind für unter 30 Euro zu haben.

YoppyGoldenGlam In deutschen Drogeriemärkten bekommt man “Golden Glam” von Yoppy, das große Ähnlichkeit zu “Kenzo Amour” aufweist. Preislich allerdings um einiges “liebenswerter”: nur 7 Euro.

Rosa Rosa Floralia1 Die englische Marke “Floralia” entdeckte ich im Internet.

100 ml eines schönen Rosenduftes, der es jederzeit mit Paul Smiths “Rose” aufnehmen kann, kosten um die 10 Euro. “Rosa Rosae” hält lange und hat sogar eine hübsche Verpackung.

pashminapatchouliy Ein ausgezeichnetes Eau de Parfum mit der beliebten Patchouli-Amber-Note ist “Pashmina Patchouly” von Dr. Taffy aus Italien. Dieser Duft kann locker mit den gängigen Nischen-Patchoulis mithalten. Circa 15 Euro.

MysticHalfmoon2MysticHalfMoon1 “Mystic Half Moon” ist der Knüller! Wer einen ausgefallenen Flakon mit einem feinen, nicht aufdringlichen Duft sucht, sollte hier zuschlagen. Anklänge an “Lolita Lempicka” sind sicher nicht zufällig. Circa 10 Euro.

Zum Beispiel: Zwei TOP – Supermarkt-Düfte aus Frankreich und Italien 

choc2 Ein Chypre-Duft, der mich begeistert und den ich in Frankreich bei “Auchan” für 13 Euro im Regal stehen sah: “Choc” de Cardin.

PinoSilvestre1 Ein klassischer Herrenduft, den man in Italien in jedem Supermarkt findet: “Pino Silvestre”. Fantastisches Preis-Leistungsverhältnis. Circa 12 Euro.

 

Zum Beispiel: Ein ausgefallener Fruity-Floral in einem künstlerisch gestalteten Flakon

Holly Sharpe1  Es muß nicht immer Harrods sein, Marks&Spencer tut’s auch. “Holly Sharpe” riecht auffallend anders als der Mainstream und erfreut mit einem künstlerischen Design. (Circa 12 engl. Pounds).

Übrigens: Die Duftinflation der letzten Jahre macht es immer schwieriger, sich einen Überblick über den Markt zu verschaffen. Im Jahr 1980 kamen 59 neue Parfums heraus. 1985 waren es 79, fünf Jahre später 105. In diesem Jahr kamen von Januar bis Oktober 2014 bereits 1650 (!!!!) neue Parfums auf den Markt. Und allein von 2010 bis heute insgesamt 8010 verschiedene Neuerscheinungen. Der Markt kennt seit Jahren nur noch gigantische Zuwachsraten. Doch die Qualität schwindet – und die Ideen auch. Es wird kopiert und wiederholt was das Zeug hält…- daher lohnen sich Vergleiche in allen Segmenten. Gerade die Megaseller werden schnell und gut von den “Niedrigpreisigen” nachgemacht und da die meisten Hersteller ohnehin nur noch synthetische Stoffe verwenden (sie werden ja von der EU dazu gezwungen, die wiederum die Interessen der chemischen Industrie vertritt), kann man zu vielen Mainstream-Düften oft günstigere Kopien in Drogeriemärkten etc. finden.  Also: Weg mit den Vorurteilen und Nase auf für alles, was irgendwie (sei es über den Flakon, den Preis oder die Verpackung) Interesse zu wecken vermag.


L’Homme idéale von Guerlain – ein süßer Typ ohne Ecken und Kanten

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Der ideale Mann ist für das Traditionshaus Guerlain offensichtlich ein harmloser Typ mit einer Vorliebe für süßen Pudding. Das läßt mich als Frau doch irgendwie aufatmen. In der neuen Flasche aus Paris steckt kein neuer Prototyp eines männlich-markanten, scharf-herben Herrenduftes, sondern ein freundliches Softie-Parfum, das auch prima von weiblichen Wesen getragen werden kann. Der ideale Mann ist nämlich ein ganz Lieber! Und zum Glück auswechselbar. Er ist nicht ‘mal besonders sexy oder gar muskulös. Vielleicht aber ganz clever, denn er heftet sich einfach an die Fersen anderer Typen, die es schon gepackt haben. Marketingtechnisch ist “L’Homme Idéale” eindeutig “La Petite Robe Noire” pour homme Nur während beim Damenduft ein weniger anmaßender Name gewählt wurde (okay, wir Frauen definieren uns ja eh nur über unsere Kleider), hat Guerlain sich mit diesem angeblich “idealen Parfum” namens “L’Homme Idéale” strategisch weiter aus dem Fenster gehängt. Ein solcher Name bleibt im Gedächtnis und provoziert. Vor allem aber weckt er Erwartungen, die nach dem ersten Testen und auch beim längeren Tragen des Duftes nicht erfüllt werden.

Nach einem konventionell-frischen Start mit bißchen Zitrone kommt ziemlich schnell eine Variante des charakteristischen “Petite Robe Noire”-Mandel-Akkords hoch, hier noch mehr in Richtung “Amaretto” gehend und ohne die Kirschkomponente, dennoch eindeutig “gourmand” und ziemlich süß – oder wie mein Mann gestern sagte “metrosexuell”.

Das vom Parfumeur angegebene Leder bleibt ganz dezent im HIntergrund, während viel Vanille und Moschus den Eindruck eines “Gourmand-Duftes” noch verstärken. Ich vermute, daß Guerlains Chef Thierry Wasser viele Superseller der letzten Jahre im Hinterkopf hatte, als er den neuen Duft schuf; vor allem Paco Rabannes “One MIllion” oder auch “Black XS”.

Der neue, angeblich “ideale Duft” greift also nur einen bereits vorhandenen Mainstream-Trend auf, anstatt selbst einen zu setzen. “Was sich in der Damenabteilung super verkauft (“Kirsch-Mandel-Pudding” in der Flasche), wird auch bei den Männern gut ankommen”, war wohl hier das Leitmotiv. Momentan ist “One MIllion” noch Top-Seller, doch Guerlain hat mit seinem angenehm riechenden, netten Duft bestimmt gute Chancen, richtig viel Profit zu machen.

Der “ideale Mann” ist wohl aus Sicht des Luxusgüterkonzerns LVMH, dem Guerlain angehört, ohnehin ein harmloser Konsument, der alles kauft, was neu und mainstreamig ist und vor allem ein Individuum, das mit seinem Parfum nicht als solches erkannt werden möchte.  Süßlich-vanillig-mandelig wabern sie um uns herum, all’ diese auswechselbaren und fast identisch riechenden Massenmarkt-Düfte für Typen, die sich die Augenbrauen zupfen, ihre Schamhaare komplett abrasieren und im Bad mehr Zeit brauchen als ihre Freundinnnen.

Für mich persönlich ist jede Art sich zu parfümieren okay, nur nicht die langweilige. Daher kann ich  “L’Homme Idéal” niemandem empfehlen, der einen Duft mit Charakter und hohem Wiedererkennungsfaktor sucht. Wer jedoch einen gourmandigen, soften “Woody-Oriental” von der Stange mag und einen neuen Flakon für’s Auge, für’s Image oder für’s Badezimmerregal braucht, der ist mit “L’Homme Idéale” auf der sicheren Konsum-Seite.


The Perfume Collector – a disappointing novel by Kathleen Tessaro

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If you’re in any way perfume-addicted like myself, the title of this 465-pages long paperpack will certainly entice you. I have to admit that in spite of its tacky cover and the slogan “The Sunday Times Bestseller”, The Perfume Collector was a book which aroused my interest.

But unfortunately, Kathleen Tessaro is an author who can’t be compared to Virginia Woolf or Katherine Mansfield, Zadie Smith or Nick Hornby. No quality literature, not even quality entertainment in her book. Tessaro’s narrative technique is rather simple with a third-person narrator, a panoramic mode of presentation and a story which shifts in time offering non-chronological sequences to enhance it a bit and make it look a bit more fancy and less primitive.

Well, I don’t mind Tessaro’s approach, but I need a good story in order to be interested in reading on. The plot structure and the way tension is produced in this novel are essentially connected with the element of time. Grace Monroe, the heroine of the story, finds out about her real mother who was a perfumer’s muse back in Paris in the 1930-40’s, but who sadly lost her life to alcohol and loneliness. Grace’s mother even created a full perfume herself, but never worked as a genuine perfumer, since circumstances and fate worked against her. So sad, so deplorable. The poor woman. I nearly shed some tears…

Anyway, you will have to endure reading 97 (!!!) dull pages until “perfume” is mentioned for the first time in this book. The plot is shallow and devoid of any interest. You could even call it absurd, especially when the adopted high-society-girl Grace learns that her mother Eve used to work as her own bay-sitter and was expelled from Britain in 1935.

My opinion: The – obviously- very trendy subject of perfume, treated in a sentimental and kitschy fashion in this book, merely provides the background to a preposterous story I wasted my time on.

Don’t waste yours.


Un Air d’Amour par Dorin – a gorgeous chypre from a fabulous house

Alexanderbrücke02 Un Air d’Amour – what a beautiful name for a truly wonderful perfume.

La Maison Dorin presented their fragrance called “Un Air d’Amour pour Madame” in 2010, the version Pour Monsieur, a classic leathery scent in the style of the legendary “Cuir de Russie” done with fruity overtones, also amazingly good. I’d even gladly wear myself, since I’m a huge fan of spicy and leathery fragrances. But today I’d like to concentrate on the Eau de Parfum “Pour Madame” which really captured my heart. Having used up my generous 8ml sample, I’m keen on adding a full bottle of this delicious creation to my perfume wardrobe as soon as possible. Like many other Dorin fragrances, this scent is intensely feminine and unmistakably French, even if this sounds like a cliché.

First of all, “Un Air d’Amour” is a chypre, and this is a category which tends to be more sophisticated and aloof than most others. Patchouli is key here, but “Un Air d’Amour” is so well constructed that you’d never say it was “too strong” on the patchouli. Top-notes include freesia, magnolia and ylang-ylang, and then comes the chypre-aspect of patchouli to give a resinous touch to the central notes of tuberose and sandalwood. The base features musk, peach, plum, vanilla and amber. What I particularly enjoy about “Un Air d’Amour”  is the gradual journey from top to middle to base notes, like a stroll through Paris at night ending in front of the beautifully illuminated Opéra.

Oper Paris at night

“Un Air d’Amour” manages to create for itself a sensual world of beauty and although it is a rich fragrance, it never seems overblown and doesn’t speak of over-extravagance. Its delicacy gives it a unique aura of elegance and it deserves to be treated like a treasure.

Dicke Frau Orsay

Un Air d’Amour”: my personal favourite from the entire Dorin-collection.

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Picture of my “Un AIr de Paris”- sample-collection. 08_Neues (24 von 15) Samples of the three La Dorine-perfumes and of my favourite “Pour Madame”.


La Maison Dorin – eine wundervolle Entdeckung

Am 16. und 17. Juni fand in Düsseldorf die “Global Art of Perfumery” statt, eine Parfum-Messe, die Nischenmarken und Parfumhäuser der gehobenen Luxuskategorie präsentierte.

Für mich war das Parfumhaus Dorin das HIghlight der Messe, das bei mir den besten und nachhaltigsten Eindruck hinterlassen hat.

Dorin d'Or Coffret Trio croppedAlleine schon die außergewöhnlich schöne Präsentation der Düfte läßt vermuten, daß es sich bei diesem Haus um eine ganz besonders traditionsreiche und qualitativ hochwertige Marke handelt. Und wirklich, Dorin kann auf eine Geschichte verweisen, die bis in das Jahr 1780 zurückreicht. In diesem Jahr erreichte das Maison Dorin nämlich bereits als einziges in der Geschichte Frankreichs den Status des  Hoflieferanten des Versailler Adels. Begründet wurde die Marke von der Schauspielerin und Theaterexpertin Mademoiselle Montansier, die den Versailler Hof mit Puder, Schminke, duftenden Salben und Wässerchen versorgte. Ein erster Katalog der Produkte des Hauses erschien 1814, die kosmetischen Erzeugnisse wurden auf internationalen Ausstellungen in Paris, Moskau (1891) und Chicago (1893) gezeigt. 1905 wurde DORIN für sein Wangenrouge (auch für die Bühne geeignet) mit einem Grand Prix ausgezeichnet.

DORIN überlebte in seiner ursprünglichen Form als Kosmetik-und-Parfumhersteller nicht, obwohl das Haus den Lippenstift erfunden haben soll. Doch zum Glück wurde DORIN 1993 durch den Syrer Bashar Nasri und dessen Familie wiederbelebt. Nasri erwarb die Markenrechte und arbeitet bereits seit über 20 Jahren als Bewahrer und Weiterentwickler einer großen Tradition. Sogar ein kleines Dorin-Museum gibt es in Chatou (in der Nähe von Versailles), wo man alles Sehens-und-Wissenswerte zum Thema Maison Dorin bewundern kann. (www.maisondorin.com). Und sehenswert sind die Flakons und Puderdöschen, die Lippenstifte und Werbeplakate aus einer längst vergangenen Epoche allemal.

Die heute erhältiche Flakonform lehnt sich an die Flasche des berühmten Dorin-Parfums

Un Air de Paris aus dem Jahre 1886 an.Un Air de Paris Classic

Reminiszensen an den Eiffel-Turm spiegeln sich ebenso im Design wie die klassische Amphoren-Form, die auf das traditionsreiche Erbe des Hauses hinweisen soll.

Doch wie riecht Un Air de Paris, das Parfum, welches Bashar Nasri als erstes wiederauflegen ließ? Es riecht blumig-pudrig, mit einem Herz aus Rose, Ylang-Ylang, Iris, weißem Pfirsich und einer weichen Basis aus Moschus und Sandelholz. Sehr nostalgisch und in der besten französischen Parfumtradition hergestellt, steht Un Air de Paris  den großen Guerlain-Parfums in nichts nach.

Die Parfum-Kollektion des Maison Dorin ist sehr umfangreich und läßt keinen Wunsch unberücksichtigt. Un Air de Paris wird als “Floral”, “Fruity” und “Spicy” angeboten, wobei mir persönlich die “florale” Variante am besten gefällt, da sie im Herzen Narzisse, Nelke und Zimt enthält und mich aus irgendeinem Grund an “Dioressence” erinnert, allerdings an das “Dioressence”, das es seit Jahren nicht mehr gibt.

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Dem syrischen Erbe des Parfumhausinhabers wird in der Linie Un Air de Damas Rechnung getragen. Nasri, selbst in Damaskus geboren, präsentiert vier wundervolle Soliflores. Rose, Jasmin und Tuberose (alle übrigens perfekt) sind fast jedem bekannt, doch die außergewöhnlich seltene Blume Fullah, auch eine Jasminart, nämlich Sambac-Jasmin, wurde in der Parfümerie bisher noch niemals vorher in dieser Form verwendet und duftet unbeschreiblich zart und bezaubernd. Wem herkömmlicher Jasmin zu indol-betont ist, der sollte unbedingt Fullah aus dem Maison Dorin testen.

Un Air de Damas Fullah

Die Linie Un Air d’Arabie verbindet die französische und die arabische Parfumtradition miteinander und wird als Oud, Ambre, Musk und Taif Rose allen Ansprüchen an feine und erlesene Nischenprodukte gerecht, wobei mir besonders Ambre gefällt, ein Duft, der von großer Würze und Tiefe ist.

Un Air d'Arabie Ambre

Weitere exquisite Parfums bietet das Haus mit den Extraits aus der Serie La Dorine, einer Reihe, die dem Erbe der Mademoiselle Montansier gewidmet ist.  Charmeuse, Passionée oder Romantique heißen diese Kreationen, die mich jedoch weniger überzeugten als ich erwartet hatte. Mein persönlicher Favorit aus dem Maison Dorin heißt: Un Air d’Amour.

Diesem außergewöhnlich schönen Parfum widme ich schon bald einen eigenen Blog-Artikel.

 

 

 

 

 

 

 


Gib mir Tiernamen!

pantheregeilImmer wieder muß die arme gequälte Tierwelt herhalten, wenn es gilt, einen angeblich umwerfenden, atemberaubenden, erotischen “Ultraduft” zu vermarkten. Besonders beliebt sind Großkatzen, die wir oft mit besonderer Klasse, Geschmeidigkeit, Raffinesse, Kraft und Exotik verbinden. Fabergé brachte schon 1938 ein Parfum mit dem Namen Tigress heraus und auch im Jahre 2006 hatte der Löwe als Assoziationsträger noch nicht ausgedient, wenn auch nur in dem verniedlichenden Parfumnamen Let me play the lion von LesNez. 

leopradDoch es gibt auch Leoparden, Antilopen (seltsamer Ausreißer: Antilope Weil, 1945, bis heute verstehe ich den Namen Antilope im Kontext mit einem Parfum nicht) und einige Tiger in der bunten Welt der Parfumfläschchen.

Espritdutigre Heeley beschwört den “Geist des Tigers” (ja, dieser Duft riecht wirklich nach dem bekannten Tigerbalsam), und Kenzo brachte in den 90er Jahren eine Tigerin als Ergänzung zum Elefanten (leider schon vom Markt verschwunden, diese Katze, obwohl sie gut roch!)

JungleTigress

Kenzos Duft, der seit 1996 auf dem Markt ist und angeblich aus dem Dschungel kommt, riecht stark nach Pflaume und Zimt, und dies so unverwechselbar und stark, daß andere Parfum-Tiere nicht gegen ihn anstinken können. Ein echter Elefant eben. KenzoElephant

Heute würde wohl kein Mainstreamduft mehr auch nur den Hauch einer Chance auf dem Markt haben, wenn er so individualistisch und brachial daher käme wie Kenzo Jungle Elephant. Zwar sind Wildtiere und hier besonders Raubkatzen weiterhin schwer en vogue, doch kann der neue Panther-Duft von Cartier (2014) trotz einer extrem aufwendigen Werbekampagne und einem klobig-protzigen Flakon nicht halten, was der Name verspricht.  Noch vor einigen Tagen las ich einen Reklametext zum Produkt, der die Bezüge zwischen dem Panther-Motiv in Cartiers Schmuck-Kollektionen und dem neuen Parfum verdeutlichen sollte. Schmuckstücke mit Panther-Ornamenten gibt es bei Cartier schon seit fast 90 Jahren. Interessanterweise wurde in der Werbung mit keinem Sterbenswörtchen der alte Panther-Duft erwähnt, der anno 1978 das Licht der Welt erblickte und sehr viel ausdruckskräftiger war als das neue “Pantherin-Wasser”.  Der frühere Duft enthielt zum Glück keinen Rhabarber in der Kopfnote (ich mag dieses “Gemüse” oder ist es gar “Obst” ??? absolut nicht leiden). Rhabarber verleiht dem neuen Panthere-Parfum einen metallischen Touch, was schade ist, denn von der Grundkomposition her ist Mathilde Laurents Raubkatzen-Kreation gar nicht verkehrt. Nur will dieses Parfum eben too much. Vergeblich bemüht es sich, die “eierlegende Wollmilchsau” der modernen Mainstream-Parfümerie zu verkörpern: frisch, aber nicht zu frisch, blumig, aber nicht dominant floral, leicht ledrig-chyprisch, aber nicht zu streng, ein bißchen erotisch, aber nicht zu vulgär, transparent, aber nicht zu leicht…

Lapantherecartier

Euleklein

bellunatrio

Man braucht als ParfumeurIn wahrscheinlich die Weisheit einer Eule, um all den Ansprüchen gerecht zu werden, die an eine große Neulancierung heute gestellt werden. Oder man gibt Tiernamen, die einfach nur süß sind und vergißt den ganzen Exotik-Erotik-Kram! Hello Kitty, Bambi, Kaloo – willkommen beim Festival der Niedlichkeiten!

 BambiHelloKittywomanKalooTeddytasmaninadevilOkay, der Tasmanian Devil ist nicht niedlich! Er riecht aber harmlos. Fast so wie das Schäfchen von Avon SchafAvonUnd dann gibt es ja noch die unzähligen cats.

Die heimlichen Heldinnen der Tiernamen-Parfümerie, die harmlosen Hauskatzen! Anders als die Tiger und Panther, die Löwen und Leopraden, riechen die Kätzchen fast alle freundlich und fruchtig-floral. “Pussy Deluxe” tut sich hier als brand name besonders hervor, im englischen Sprachraum ist die Marke aufgrund ihres ziemlich “amüsanten” Namens nicht so beliebt wie bei uns, aber spätestens seit “Pussy Riot” sollten auch Deutsche wissen, was “pussy” auf Englisch neben Kätzchen noch bedeutet… 

Showcat2

Hier “Purr” (Schnurr) mit Flanker KatePerrykateperrycatrosa

und natürlich – Tierwechsel- ein Häschen für die ganz Kleinen: Kinderhasekaloo

Tierliebe Männer können sich wahlweise an einem Flakon mit Pferdekopf delektieren

Laliquepourhommepferdoder auch am berühmten Krokodil Essentialsportcrocodile – nur leider tragen diese Düfte gar keine Tiernamen, was mich zu der Vermutung veranlaßt, daß Werbestrategen meinen, daß Frauen eher auf Animalisches stehen als Männer. 

In der Vergangenheit waren es jedoch manchmal auch sehr unschuldige, untypische Tiere, die von der Parfumindustrie für ihre Zwecke eingespannt wurden:ColibriDralleKolibris oder gar Hundeflakon –  kleine Hunde. 

Wer einen sehr individuellen, nachfüllbaren Flakon sucht und ungefährt 500 Euro dafür ausgeben möchte, kann sich in Wien in einer Porzellanmanufaktur umschauen, wo ich  kürzlich dieses ausgefallene Objekt entdeckte:

SkelettkopfWien

Und wem der ganzen Hype um Tiernamen in der Parfümerie am Allerwertesten vorbei geht, der sollte einfach das folgende Gedicht lesen. Sagt mehr als 1000 Panther-Parfums…

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris