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Der Parfum-Blog

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Ausstellung: Die bunte Welt der Parfumflakons in Hanau

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Wie ein Mann zum Parfumflakon-Fan wurde

Wer hätte gedacht, daß ein Mann, der sich früher Naturbursche nannte, irgendwann in seinem Leben fast schon wie ein Besessener seine gesamte Zeit mit den unterschiedlichen Parfum-Flakons dieser Welt zubringen würde?

 

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Der Naturbursche hatte gedacht, dass der Geruchssinn dem Menschen lediglich dabei hilft, zu überleben. Die Welt seiner Düfte war kein Kosmos der konstruierten Wohlgerüche, aber sein Bedürfnis, neue Erfahrungen zu sammeln, erlaubte ihm eine erstaunliche Entwicklung seines bis dato nicht geschulten Geruchssinns.

 

Ysatis Givenchy Cat

Er begann damit, diverse Flakons abzulichten, deren Schönheit ihn faszinierte.
In seinem Enthusiasmus fiel es ihm kaum auf, daß er für jeden Flakon inklusive der Vorbereitungen während der Aufnahme, der Freistellung des Objektes mit spezieller Computersoftware und der Nummerierung und Speicherung auf einer extern gesicherten Festplatte bis zu eine Stunde Zeit benötigte.

 

Kreativ Workshop 01-18

 

Außerdem fing er an, Parfumflakon-Fotos zu sammeln. Die Flaschen konnten voll oder leer sein, alt oder neu. Freunde und Bekannte innerhalb und außerhalb Deutschlands schickten ihreObjekte zu ihm.

Nolang Mini Coll

 

Nach drei Jahren des intensiven Sammelns und Fotographierens hatte er über 2.000 verschiedene Parfum-Flaschen aus der ganzen Welt zusammengetragen und zu einer gigantischen fotographischen Collage aufbereitet.

 

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Er trug das riesige Bild, das auf Leinen gedruckt und über einen Holzrahmen gespannt war, ins Wohnzimmer und hängte es dort auf.

Die Reaktionen auf das große Bild an der Wand waren vielfältig. Meistens setzte sich die  Begeisterung des Photographen für seine Objekte in den Augen der Betrachter fort.

Im Hessischen Puppenmuseum werden ab dem 10. Mai 2015 ausgewählte Fotocollagen von Rolland Christian Richter zu sehen sein. Idee und Ausführung sind weltweit einzigartig.

 

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Beginn der Vernissage: 11.30 Uhr,

Eröffnung durch den Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

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Musikalische Umrahmung: Larissa Dück

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People&Perfumes: Interview mit der Sängerin Larissa Dück

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Larissa Dück ist eine außergewöhnliche Sängerin, die aus Sibirien stammt und in ihrer Jugend in Barnaul zunächst an der dortigen Musikhochschule Bass-Balaleika und Akkordeon sowie Orchesterleitung und Klavier studierte. Nach ihrer Übersiedlung nach Deutschland begann sie im Alter von 33 Jahren in Frankfurt a.M. mit einer Gesangsausbildung, die sich wirklich gelohnt hat, denn seit mehr als zehn Jahren ist Larissa Dück eine feste Größe in der Musikszene Hessens. Ihr großes Repertoire umfaßt sowohl russische Folklore als auch Operette, Musical und Klassik. In unzähligen Konzerten im Frankfurter Raum von Bad Nauheim über Marburg, von Friedberg über Bad Vilbel etc. hat Larissa Dück ihr großes Können und ihre Vielseitigkeit bereits bewiesen und begeistert ihr Publikum immer wieder mit ihrer warmen und facettenreichen, eindrucksvollen und unverwechselbaren Sopranstimme. Mit ihrem Mann, dem bekannten Akkordeonisten Vassily Dück, verbindet sie eine kongeniale Musikerpartnerschaft: Auftritte der beiden Künstler sind immer ein besonderes Vergnügen.

Larissa Dück wuchs in einem idyllischen Dorf in Sibirien auf, und so verwunderte es mich nicht, daß ihre ersten Dufterinnerungen mit der alten Heimat zu tun haben.

-Was sind Deine frühsten Dufterinnerungen?

– Als Kind auf jeden Fall der Duft von Tannen, von Nadelholzwäldchen… aber auch der Duft von Holzdekofiguren, die wir an unseren Weihnachtsbaum hängten. Das waren hangeschnitzte Deko-Figuren, die einen besonderen Geruch verströmten…

Parfum schenkten wir uns während meiner Kindheit und Jugend nicht, aber ich erinnere mich an das Maiglöckchen-Parfum, das meine Mutter benutzte, und natürlich an “Krasnaya Moskva”. Das hatten damals fast alle Frauen. Zudem besaß meine Oma Parfumöle, die nach Weihrauch rochen. Ich schlief mit ihr in einem Zimmer, wo sie einen kleinen Altar hatte, auf dem Kerzen brannten … und kleine Petroleumlämpchen… an den spezifischen Geruch erinnere ich mich bis heute. Und außerdem mag ich den Geruch von Wäschestärke – auch so eine Kindheitserinnerung.

- Wann hast Du zum ersten Mal ein Parfum geschenkt bekommen? 

– Da war ich 18, der Duft hieß “Tete-a-Tete”, den bekam ich von einem Verehrer. In der UdSSR waren Parfums echter Luxus, oft benutzen wir Deosprays, um uns ein bißchen zu beduften. Die waren nicht so teuer.

Wann kamst Du in Kontakt mit den ersten Parfums aus dem Westen? 

-Da war ich schon 25 und verheiratet. Mein Mann brachte mir von einer Konzertreise “Laura” von Laura Biagiotti mit. Diesen Duft benutzte ich dann sechs Jahre lang, er gefiel mir unheimlich gut.

-Was gefiel Dir so gut an “Laura”? Laurarosa

-“Laura” war so anders als die schweren russischen Parfums, so leicht und frisch. Und auch viel schöner als “Opium”, das erinnert mich an Petroleum und ist viel zu stark für mich. Ich bekomme davon Kopfschmerzen. “Charlie” von Revlon hatte ich auch mal. Gefiel mir aber auch nicht besonders. Zu scharf.

Hat sich Dein Geschmack geändert, als Du nach Deutschland kamst?

– In den ersten Jahren hier waren mein Mann und ich nur mit Aufbau beschäftigt. Wir haben ein Grundstück gekauft, ein Haus gebaut, wir hatten zwei kleine Kinder. Ich war ständig eingespannt und hatte überhaupt keine Zeit für mich selbst, kümmerte mich weder um Kosmetik noch Mode. Wenn ich nicht mit dem Hausbau oder meinen beiden Jungs zu tun hatte, ging ich in die Gesangstunde und feilte an meiner Technik und am Repertoire. Erst nachdem ich nach vier Jahren konsequenter Ausbildung einen Gesangswettbewerb in der Alten Oper in Frankfurt gewonnen hatte, nahm ich mir wieder mehr Zeit für mich selbst. Ich bin nämlich der Meinung, daß Düfte uns verschönern! In Italien entdeckte ich dann vor einigen Jahren das Parfum “Bulgari Blu”, das ich extrem gerne habe. Es ist quasi mein Lieblingsduft.

-Wann benutzt Du ihn? Täglich? 

-Nein, dafür ist er jetzt zu selten geworden. Ich nehme ihn besonders gern, wenn ich auftrete. Leider wird “Bulgari Blu” nicht mehr überall angeboten, man muß jetzt schon danach suchen. Vassily, mein Mann, hat vor kurzem noch eine Flasche für mich in Paris aufgetrieben. Ich mag diesen sanften, leicht pudrigen Duft sehr.

Welche Parfums gefallen Dir noch?

– Ich bevorzuge Düfte, die irgendwie nach Theater und Lippenstift riechen. Parfums mit pudrigen Noten, z.B. “Royal Bain” von Caron. Royalbain.

Außerdem gefällt mir das “neue Shalimar” total gut!

ShalimarParfumInitialDieses “Shalimar Parfum Initial” mag ich persönlich sehr viel lieber als das klassische “Shalimar”. Und wenn ich Sport mache, verwende ich momentan ganz gern einen aquatischen Duft: “Seathalasso”: Seathalasso Der ist gar nicht so wenig haltbar, wie man denken könnte. Außerdem wissen die Leute, die ihn in meiner Umgebung riechen, nicht, daß es ein Eau de Toilette ist, was sie da wahrnehmen. Sie tippen immer auf frische Wäsche oder Duschgel.

Gibt es denn einen russischen Duft, den Du sehr magst?

-Nun, ich liebe das Parfum “Nikita” von Slava Saitzev.

nikita Doch ist das nicht aus russischer Produktion, sondern von L’Oréal – und wird nicht ‘mal in Deutschland verkauft, sondern nur in Belgien oder Holland.  Mein letzter Flakon ist leider schon leer. Und ich suche das Parfum “Kukushkini Sloski”. Das habe ich in Rußland bei einer Freundin gerochen und fand es absolut toll. Ansonsten ist der russische Parfum-Markt nicht so prickelnd. Die Qualität läßt leider zu wünschen übrig.

-Und welche Duftrichtung sollte man Dir auf keinen Fall unter den Weihnachtsbaum legen?

– Ich mag diese schweren Parfums nicht. Bei “Coco” von Chanel denke ich an einen dicken Samtmorgenrock. Der Duft hat etwas Erdrückendes für mich. “Angel” kann ich auch nicht besonders leiden. Und extrem Blumiges ist auch nicht so mein Fall. Aber “Mi Fa”, ein Nischenduft von der Firma Reminiscene, der hat es mir angtan. Den würde ich gern unterm Weihnachtbaum finden!