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Tom Ford Black Orchid


Tom Fords Stil würde ich als roh und ungeschlacht bezeichnen, wenn ich ihn nur anhand des Parfums "Black Orchid" bewerten müßte. (Zum Glück hat der Mann ja noch andere Meriten.) Zunächst nehme ich extrem starke Fruchtnoten wahr, überreife Früchte, die kurz vor dem Verfaulen stehen und irgendwie - auf eine perverse Art- anziehend auf die Nase wirken. Als Kontrapunkt setzt Ford (oder der Parfumeur von Givaudan) einen Mega-Akkord aus den 1980ger Jahren ein: würzig, blumig, orientalisch. Wahrscheinlich soll das Parfum eine tropische Atmossphäre evozieren, doch auf mich wirkt es lediglich üppig-ordinär. Tom Ford hat hier ein Problem mit der richtigen Dosierung. Es ist zuviel von allem in der Flasche. Indol, Tuberose, Orangenblüte, Kardamon, Muskatnuss, Schokolade. Ich bin nun wirklich niemand, der auf leise, reduzierte Düfte abfährt, zu meinen Lieblingen zählen "Aromatics Elixir", "Marquis de Sade", "Bandit" oder "La nuit de Paco Rabanne". Doch "Black Orchid" finde ich komplett unerträglich bzw. untragbar. Eines der Parfums, bei denen ich ausrufen möchte:"Please mummy, make it go away!"

Toujours Glamour von Moschino


Moschinos "Toujour Glamour" empfinde ich als sehr leichten Orientalen, zu Beginn ein bißchen ähnlich wie "L'Instant" von Guerlain, doch dann würziger mit Kardamon und Veilchen in der Herznote (sehr angenehm). Der Drydown ist unspektakulär und wird sehr pudrig, was ich zwar nicht als "glamorous" empfinde, aber auf jeden Fall als positiv, weil schmeichelnd und sanft. Ein durchscnittliches Parfum für alle Gelegenheiten, keinesfalls nur für den Abend oder den "big glamour".

Trayee von Neela Vermeire


Leider ist auch dieser Duft - so wie Bombay Bling - gar nichts für mich. Er riecht auschließlich nach Essen - und zwar nach orientalischem, aus der arabischen Ecke. Ich liebe diese Küche, ich mag Kardamon, ich mag Zimt, auch Kumin - aber ich möchte nicht so riechen wie mein eigener Gewürzschrank oder mein Herd während der Zubereitung des Mittagsmahls. Wer genau wissen will, wie Trayee riecht, kann sich vor die Abzugshaube eines arabischen Restaurants stellen, während drinnen gekocht wird.

Tristano Onofri femme Onofri


Ein sehr herbes Parfum, könnte auch an Männern ausgezeichnet riechen. Eine Kreuzung aus "Cabochard" und "Azzaro pour homme" - allerdings leichter und sehr krautig, Blumen sucht man hier vergeblich, während ein gewisser Lederakzent deutlich hevvortritt. Leider ist die Haltbarkeit nicht besonders ausgeprägt, bei einem so günstigen Duft (oft beim Kaufhof für 9.90 Euro zu bekommen) kann man aber darüber hinwegsehen. Ein Geheimtip aus der Kategorie "Gut riechen für wenig Geld!"

Truth von Calvin Klein


"Truth" hat nicht besonders viele Freunde (ob das am Namen liegt?), obwohl der Duft gut ist. Grüne Kopfnoten, ich rieche hier vor allem Geißblatt ("chèvrefeuille" auf Französisch) und Zitrone. "Truth" nimmt nach dem grünen Start eine überraschende Wendung und wird pudriger, sogar ein bißchen vanillig. Die beiden sehr gegensätzlichen Pole, aus denen "Truth" konstruiert ist, vertragen sich gut. Nach einer Weile riecht "Truth" allerdings ein wenig chemisch und etwas Kratzendes, Unnatürliches tritt hervor. Diesen Effekt kann man minimieren, wenn man den Duft, der sehr konzentriert ist, sparsam dosiert.

Truth or Dare von Madonna


Ein Re-Make bzw. eine schlechte Kopie von "Fracas" von Robert Piguet, seit Jahren Madonnas Signature-Scent. Fracas kostet das Dreifache, man riecht aber zum Glück auch die besseren Rohstoffe. "Truth or Dare" würde ich "Death by Tuberose - created by Madonna" nennen.

Tsar von Van Cleef and Arpels


Reformulierungsopfer. Immer noch sehr grün und sehr herb, sehr maskulin und stark, aber nach zwei Stunden schon schwächelnd und lange nicht mehr so opulent und eindrucksvoll wie 1989 (Erscheinungsjahr). Durchaus zu empfehlen.

Ultrared von Paco Rabanne


"Ultrared" ist ein "Fruity-Floral with a difference". Nachdem die Kopfnoten aus roten Beeren und Karamell verflogen sind, macht sich ein ausgeprägtes Anisaroma breit, leider nicht zu meiner Freude (bin kein Fan von Anis). Der Drydown ist süßlich, Anis und Vanille dominieren. Wie bei fast allen Paco- Rabanne-Parfums ist die Haltbarkeit gut.

Un Air d'Escapade von Givenchy


Dieser Duft weist sehr große Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger "Le bouquet Absolu" auf. Ich konnte kaum Unterschiede er-riechen; vielleicht ist "Un Air d'Escapade" frischer. Eine etwas künstlich wirkende Rose steht im Mittelpunkt und wird mit Aromen, die an "Juicy Fruit"-Kaugummi erinnern, abgerundet. Der Flakon ist nicht originell, der Duft selbst bleibt weit hinter den Erwartungen, die sein klangschöner Name weckt, zurück.

Un Air de First von Van Cleef&Arpels


Erfreuliche Nachrichten für alle, die das gute alte "First" nicht mögen. Die neue, moderne Version ist wundervoll. Frisch, leicht, grün (Galbanum!), etwas blumig. Nicht stark, aber denoch gut wahrnehmbar auch noch nach vier Stunden. Keinerlei Anklänge an pompöse Damen mit zuviel Puder im faltigen Gesicht. Ein zeitgenössischer Duft, der sehr gelungen ist.

Un matin d'orage von Annick Goutal


Ein Parfum wie Programm-Musik! Wer schon immer einen Duft wollte, der den Geruch einer Stadt nach einem Sommergewitter einfängt, ja, den Geruch von nassem Asphalt: Hier ist er! Die Kopfnoten sind ähnlich wie bei "Aqua Allegoria Lys Soleia", das aber später auf den Markt kam. "Un matin d'orage" ist die weichere, wärmere Variante zu "Ninfeo Mio" (auch von Goutal).

Unique Woman von Otto Kern


Es gibt bessere Düfte, selbst im Dorogeriemarkt. Die Kopfnoten sind zwar frisch, aber leicht beißend ("rosa Pfeffer"). Nach fünf Minuten ist man schon im Drydown angekommen, der stark nach einem gewöhnlichen Moschus-Parfum riecht (erinnert an "Musk" aus dem Bodyshop), aber viel schlechter hält. Von einer Herznote habe ich kaum etwas bemerkt. Ein unspektakulärer Duft, alles andere als "unique", noch gerade akzeptablel.

Usher VIP for men


"Fahrenheit rebottled", aber sehr viel billiger und jetzt – nach der Verhunzung von Fahrenheit (ja, auch hier wurde wieder fleißig reformuliert!) ist "Usher VIP" geradezu ein Geheimtip! Der Flakon sieht nicht sehr männlich aus, er paßt auch ins Badezimmer einer Frau.

Vanille Absolument von L'Artisan Parfumeur (2011)


Dieser Duft hieß noch vor zwei Jahren "Havanna Vanille" – warum die Firma ihn umbenannt hat, ist mir rätselhaft. Die Mischung aus Rum, Rohrzucker und Vanille zeichnet dieses ausgesprochen schöne und warme Parfum aus; die Inhaltsstoffe sind Komponenten, die man durchaus mit Kuba und Havanna in Verbindung bringen kann. Vanille Absolument hält sehr gut für einen L'Artisan Parfumeur Duft und riecht anheimelnd, zum Anbeißen vanillig. Bietet sich auch gut zum Kombinieren mit anderen Düften an, wenn man zur Vanille und dem Rum noch etwas mehr Tiefe möchte (z.B. durch einen Amber-Duft).

Varens Original Russian Legend von Ulric de Varens


"Cuir de Russie" - anybody? Wer nicht unbedingt 100 Euro anlegen will, um den klassischen "Russisch-Leder-Duft" von Chanel zu besitzen, sollte nach einer Flasche "Original Russian Legend" Ausschau halten (leider ist die Serie "Varens Originals" kaum noch zu bekommen). Ein rauchig-ledriger, eleganter Duft, der bei seinem Erscheinen im Drogeriemarkt zu einem umwerfenden Preis erhältich war.

Vera Wang von Vera Wang


Dieser Duft erschien mir bei seiner Lancierung im Jahr 2002 arg durchschnittlich. Doch in diesem Sommer (2012) warf mir eine nette Verkäuferin ein Pröbchen von "Vera Wang" in mein Einkaufstütchen und ich teste das Parfum nochmals. Wow! Ein schöner Duft, nicht zu schwer, nicht überwältigend, gerade richtig! Blumig-frisch, ein weißes Bukett. Ich konnte zunächst nicht fassen, wie unglaublich angenehm diese helle Stephanotis-Rose-Mischung mir plötzlich vorkam. "Lieblingsgeschmäcker ändern sich", sagt meine kleine Tochter immer. Recht hat sie! Also kaufte ich mir ein Fläschchen - und habe es bisher nicht bereut. Gardenien rieche ich übrigens nicht in diesem Duft, nur Stephanotis, weiße Rosen, Maiglöckchen und und einen Hauch von weißem Moschus. "Vera Wang" wird immer als Braut-Parfum bezeichnet. Für diesen Anlaß wäre mir das Parfum allerdings zu unspektakulär. Ich benutze es im Alltag, z.B. morgens, wenn man niemanden mit einem Chypre-Hammer oder einem Orientalen "belasten" will bzw. darf. Interessanterweise bekomme ich viele Komplimente für "Vera Wang", auch von Leuten, die sonst nie etwas über Düfte sagen. Wer klassische, feminin-blumige Parfums mag, sollte "Vera Wang" eine Chance geben. Der Duft hat mehr zu bieten, als ich anfangs vermutete.

Versace Woman von Versace


Keine gute Idee, sich von der schönen Flasche zu einem "blind buy" verführen zu lassen. Die Duftpyramide enthielt Himbeeren und so dachte ich, dies könnte ein "Winner" sein. Nachdem die Himbeere in der Kopfnote verflogen ist, bekommt der Duft leider eine total synthetische, unnatürliche Note, er riecht nach Plastik. Nicht tragbar. Aber wenigstens sieht der Flakon hübsch aus.

Vertige von Isabel Derroisne


ist ein Chypre-Duft, der an "Paloma Picasso" erinnert, leider aber viel schneller verfliegt als sein Vorbild. Muß man nicht haben.

Verveine Agrume von Acorelle


Ein Bio-Parfum, aus natürlichen Inhaltsstoffen. Riecht frisch und angenehm nach Petigrain, Verveine (Eisenkraut) und Litsea, verfliegt aber nach 10 min. Testete die Eau FRAICHE-Version. Würde ich nicht wieder kaufen.

Verveine von Fragonard


Normalerweise liebe ich Verveine und ich bin zudem eine Anhängerin von Fragonard, was lag also näher als ein "blind buy" auf postalischem Wege? Bei Fragonard in Grasse war ich außerdem schon öfter persönlich – und seitdem ich VOR der Usine im Jahre 1999 einmal im tiefsten Dunkeln ziemlich schlimm gestürzt bin (ich wollte unbedingt abends schon checken, wann die morgens aufmachen – Smartphones und Tablets waren noch nicht erfunden worden), habe ich eine sehr, sehr spezielle Beziehung zu der Firma. Aber – genug des Drumherum-Gequatsches. Es gibt viele gute Eaux mit Eisenkraut in der Provence, (z.B. die von L'Occitane) - der Fragonard-Duft gehört jedoch nicht zu meinen Favoriten. Warum? Anstelle der natürlichen, etwas würzigen Verveine-Note sofort den Vorzug zu geben, eröffnet Fragonard Verveine mit einem Zitronenbonbon-Aroma. Ich mag keine Zitronenbonbons. Das leicht süßliche Bonbonaroma paßt nicht zu Verveine, verdirbt mir den ganzen Spaß an dem Duft. Ohne den "Zuckerzusatz" hätte es ein guter Eisenkraut-Zitronen-Duft werden können, so aber bin ich mit meinem Fragonard-Verveine ziemlich unzufrieden.

Vetiver Eau de Toilette (Version 2012) von Guerlain


Ein Monument des Grauens. Die Reformulierung ist vollkommen mißglückt. Von "natürlicher Eleganz" (wie in der Werbung versprochen) kann hier keine Rede sein. Beißender Vetiver. Sonst nichts.

 Vetiver Incenso von Farmacia SS. Annunziata


280 Euro für einen Duft, der so ähnlich riecht wie "Terre d'Hermes" in Verdünnung? Nicht zu empfehlen, zumal "Terre" länger hält und von der Komposition her facettenreicher ist.

Vibrant Patchouly von Judith Williams


Orangenblüte pur gemixt mit einem künstlich wirkenden Patchouli. Der Effekt ist keinesfalls ein olfaktorischer Hochgenuß, wie die Werbung im TV uns glauben machen will, sondern nervtötend. Ein sehr lautes Parfum, nur für robuste Nasen.

Vince Camuto von Vince Camuto


Ein sehr schöner Flakon, der einen angenehmen und durchaus interessanten Duft behergergt. Die Kopfnoten sind sehr stark und blumig, erinnern an "Coco Mademoiselle". Doch zum Glück hat der Parfümeur eine kleine Überraschung eingebaut: Rum! Die Rumnote unterscheidet diesen Duft von anderen Vertretern des "fruity-floral chypre"- Genres. Nachdem die folgende blumig-warme Herznote mit viel Rose und Jasmin sich gesetzt hat, gesellt sich eine rauchige Komponente hinzu. Der Duft überrascht hier ein zweites Mal. Meine Tochter fühlte sich an einen Herrenduft erinnert, ich persönlich empfinde die Note als tabakartig. Leder ist in der Pyramide angegeben, doch ich erkenne es nicht. Nach einem süßen, blumigen, kräftigen Start endet "Vince Camuto" also rauchig-patchoulihaft. Nachteilig ist, daß das Ende zu schnell kommt. Der Duft ist schon nach drei Stunden verflogen, nur ein Hauch bleibt zurück. Dennoch eine tragbare und erschwingliche Alternative zu ähnlich konstruierten Parfums, "Flowerbomb" mit weniger Blumen, dafür aber Rauch und Rum.

Violet Blonde von Tom Ford


Der erste Eindruck: grün, viel Veilchen, Salatsauce mit rosa Pfefferkörnern. Chanel No. 19 fällt mir auch ein, die neue Poudré-Version. Nach drei Minuten enthüllt sich das Herz von "Violet Blonde" mit ganz schwachen Lederanklängen, weich, pudrig. Ganz schön. Iris im Hintergrund, alles sehr schwach, völlig anders als sonst bei Tom Ford. Wer stärkeren Veilchenduft sucht, sollte "Jolie Madame" von Balmain oder "Aimez-moi" von Caron probieren (diese Parfums sind zudem günstiger). Das "blonde Veilchen" in der stylischen Tom Ford-Flasche ist eine clevere Marketing-Idee, sonst nichts. Es mangelt ihm an Ausdauer und vor allem an Überraschungen. Nach knapp zwei Stunden und ist das zarte Duftgeflüster ganz vorbei. "Violet Blonde" - sollen blonde Frauen so zaghaft riechen? Seltsames Konzept!

Violet Disguise von Imaginary Authors


"Violet Disguise" riecht nach einer Tüte Brausebonbons, die paar Tage im Auto auf dem Rücksitz herumgelegen hat. Die Kids haben bißchen Zitronenlimo draufgekippt und außerdem hat jemand (es war wohl der kleine Ned, er ist erst 3!) diese lila Veilchenbonbons zerkaut und in die Tüte hineingespuckt. Macht man eben so, wenn man noch so klein ist ... Ich merke mir, daß ich diese "Veilchen" nicht mehr für den nächsten Kindergeburtstag besorgen werde, viele der kleinen Gäste mögen sie nicht. Die Bonbontüte - sie hat einen säuerlich-stechenden Unterton. Ich werde sie schnell entsorgen müssen.

Violet Eyes von Elizabeth Taylor


Ein durchschnittlicher, netter Fruity-Floral, der geprägt wird von Pfirsich in der Kopfnote und ansonsten einen ausgewogenen Blumenmix bietet. Angenehm, aber keine Repräsentation von Liz Taylers unfaßbar schönen, veilchenblauen Augen. Dieser Duft strahlt nicht genug und ist viel zu banal, um der Persönlichkeit der Taylor gerecht zu werden.

Violette von Fragonard


Fragonard mag ich schon seit meinem ersten Besuch in der Fragonard-Fabrik in Grasse im Alter von 23 Jahren ... - zum Glück muß man heutezutage nicht selbst hinfahren, um die schönen Fragonard-Parfums zu erwerben, der Online-Shop ist prima und die Lieferung nach Deutschland erfolgt schnell und zuverlässig. "Violette" ist leider äußerst "bescheiden" geraten. Das Veilchen ist ja auch oft ein Symbol für Bescheidenheit, nur leider riecht man es in diesem Eau de toilette kaum; ob das ironisch gemeint ist? Es stehen vielmehr leichte Fruchtakzente im Vordergrund. Eine dezidierte Veilchen-Note kann ich wirklich nicht ausmachen, was schade ist. Das Eau de Toilette ist extrem schwach, ein leichter pfirsichhafter Hauch mit ganz zarten Blümchenakkorden, Veilchen im Hintergrund, Haltbarkeit 30 min. Verpackung und Design sind ganz niedlich, aber für 19 Euro hätte ich mir mehr erwartet. Wer richtigen Veilchenduft sucht, wird mit diesem Leichtgewicht nicht zufrieden sein.

Visit for women von Azzaro


Von der Firma Azzaro kenne ich bessere Düfte! "Visit" riecht auswechselbar, unangenehm und erweckt zudem den Eindruck, als hätten mehrere Parfumeure gleichzeitig an diesem Duft "rumgemurkst", immer in der Absicht, etwas Modernes und Trendiges zu schaffen; (zumindest zwei Parfumeure werden auch in den einschlägigen Datenbanken genannt: Polge und Michalon). Süß und blumig beginnt der Duft, doch kann ich keine einzige Note herausriechen. Es ist ein übler, künstlicher Cocktail, der sich hier offenbart, gefolgt von einer chemischen Sandelholznote. Schauderhaft. Zum Glück wurde die Produktion eingestellt.

Vitriol d'œillet Serge Lutens


Mußte erst eine Französin fragen, bevor ich kapierte, was der Name des Duftes bedeuten soll. "Schwefelsäure der Nelke". Häh? Schwefelsäure wird in Indien oft dazu benutzt, um Frauen das Gesicht zu verätzen... und dieser Duft hier - nein, er verätzt einem nicht die Atemwege, aber er ist sehr unfreundlich. Man riecht die Nelke (Zahnarztassoziationen) kombiniert mit allerlei Gewürzen, die mich nicht ansprechen in ihrer Verdrehtheit: Sie sind disharmonisch kombiniert. Kein Duft, den ich gerne tragen oder besitzen möchte. Allein der ätzende Name - im wahrsten Sinne des Wortes - stößt mich massiv ab. "C'est bizzare...".

Viva La Juicy Noir von Juicy Couture


Ein Frucht-Beeren-Cocktail mit Karamelnote. Amber und Vanille im Drydown sorgen für den Touch, der hier von der Marketing-Abteilung "NOIR" genannt wird. Einer der besseren Fruity-Florals des Jahres 2013.

Vol de Nuit, Guerlain 1933


Ein komplexer Chypre, der luftig wirkt ("Nachtflug!"), weil er einige Aldehyde enthält. Das Herz ist leicht und etwas blumig (Iris, Narzisse), aber in der Basis riecht man durchaus Moschus, Vanille und Hölzer. "Vol de Nuit" hat gerade in der Kopfnote auch eine starke, sehr grüne Komponente (Galbanum), es ist ein widersprüchliches Parfum. Am besten kommt die Schönheit dieses Duftes in der Extrait-Form zur Geltung. Ein Meisterwerk, an das man aber auch schon Hand angelegt hat (Achtung: Reformulation!). Die aktuelle Version riecht "verstümmelt", daher kann ich sie nicht empfehlen. Wer das neue "Vol de Nuit" in der Parfümerie probiert, fragt sich bestimmt, was an diesem Duft überhaupt dran sein soll. Wie so oft kann ich nur sagen: Ein Kunstwerk wurde zerstört.

"Voyage d'Hermes" von Hermes


hat wunderschöne Kopfnoten, vor allem Kardamon und Zitrus. Sie verstömen Leichtigkeit und Eleganz, eine gewisse Transparenz, die für den großen J.C. Elléna charakteristisch ist. Der würzig-zitronige Auftakt ist einzigartig, dann nimmt man schwarzen Pfeffer wahr, gefolgt von einer feinen Teenote. Bis zu diesem Punkt ist der Duft grandios! Der Drydown ist ein wenig enttäuschend, da die Kopf-und Herznoten nicht schön fortgeführt werden, sondern jetzt vor allem Moschus und die heute fast allgegenwärtige holzige Zedernnote übernehmen...- kein wirklich schöner Ausklang, er wirkt ziemlich synthetisch. Eine meiner Freundinnen fühlt sich hier immer an Bohnerwachs erinnert. Aufgrund der transparenten Struktur hat "Voyage d'Hermes" keine außergewöhnliche Haltbarkeit, aber die erste Stunde ist sehr nett. Meiner Meinung nach ist dieser Duft eine der besten Schöpfungen von Jean-Claude Ellena der letzten Jahre und ein Beweis dafür, daß sein Minimalismus zuweilen sehr Vergnügliches hervorbringt.

Voyage en Arabie Black Intensive Aoud von Mancera


Dunkel, durchdringend, dramatisch. Auf dem Papierstreifen noch interessant und vielversprechend, entwickelte sich dieser Duft auf der Haut zu einem schwarzen Monster: Er roch wie Teer und leicht schwelende Asche. Kaum abzuwaschen. Ein Aoud-Alptraum.

Vrai von Fragonard


Eine Entdeckung. Vraiment! Wundervoll. Ich liebe dieses klassische Chypre-Eau de Toilette aus der Provence, erinnert ein bißchen an Clarins "Eau Dymanisante". Herb-zitronig, erfrischend, doch mit genügend Substanz, um auch nach einigen Stunden noch zu bestehen. Die ergänzende Pflegeserie mit Duschgel und Körpercreme ist ebenfalls großartig. So muß ein echtes Eau de Toilette aus dem Süden Frankreichs riechen, ein Tagesparfum, das die Laune hebt und überall zur Anwendung kommen kann. Auch preislich sehr zu empfehlen: 26 Euro für 100 ml. Da kann man nicht meckern.

Wall Street von Bond No. 9


Riecht wie eine Kopie von Creeds "Silver Mountain Water", der Drydown ist schlechter als bei Creed, bitter und streng. Paßt ja fantastisch zum Namen, diese bittere Note. Wer will eigentlich so riechen wie Wall Street? Nach der Lehman-Pleite von 2008 doch keiner mehr... auch 2011 nicht.

White Iris von Bromnley


Ein Duft, der an schöne Seife im englischen Stil erinnert, leicht blumig, aber nicht zu süß, ziemlich "retro". Die Farbe "Weiß" paßt zu diesem Parfum, "White Iris" eben, nicht dunkellila wie die Iris oft daherkommt, sondern sauber und rein wie frische Wäsche, die in einem englischen Frühlingsgarten auf der Leine hängt. Im Drydown riecht man die weiße Iris vermischt mit leichten Moschusnoten, die auch oft in Waschmitteln zum Einsatz kommen. Verpackung und Flakon sind typisch englisch-nostalgisch, also ein "added bonus."

White Lily and Violet von Rituals


Dieser Duft ist einfach, klar, transparent, fröhlich und nostalgisch! Frühlingsduft in einer Flasche. Parfumeur Vincent Schaller hat hier für die niederländische Firma "Rituals" ein außergewöhnlich schönes Blumenbouquet zusammengestellt. "Think of a bouquet of freshly cut wild flowers after a gentle spring rain" – so steht's auf der Verpackung – und – es stimmt! Sehr empfehlenswert. Auch preislich annehmbar (39,00 Euro/50ml/Jan.2012).

White Musk Collection Musk Pure von Tom Ford


Das kann man billiger haben - "Jovan Musk Oil" oder "The Body Shop White Musk" lassen grüßen. Haltbarkeit: Unter einer Stunde. Kein weiterer Kommentar.

White Russian von George, Gina & Lucy


Eigentlich wollte ich niemals einen Duft dieser Hanauer Taschen-Firma besitzen, da die bisherigen Produkte mir bisher allesamt komplett generisch und synthetisch vorkamen. So überflüssig und wenig ansprechend wie die von "George, Gina&Lucy" produzierten Taschen. Doch der Flakon mit dem Pelzkrägelchen enthält einen einigermaßen tragbaren Duft: zuckriges Moschus mit Plätzchen-Aroma für die Winterzeit. Dabei ist "White Russian" nicht schwer und dominierend, sondern clever auf ein eher jüngeres Publikum abgestimmt, das leichte Gourmand-Düfte liebt und sich mit diesem Produkt wohlfühlen wird. Hat übrigens nichts mit dem gleichnamigen Cocktail "White Russian" zu tun. Wer diesen Cocktail gern als Parfum hätte, wird bei "Demeter" fündig. Die haben auch einen "White Russian" im Programm, allerdings in einem sehr simplen Flakon. Die Flasche von "George, Gina&Lucy" ist wesentlich origineller. Der Duft nicht.

White Soul von Ted Lapidus


Unerträgliche, synthetisch-schrille Mischung, die versucht, "Addict" von Dior zu kopieren. Schöner Flakon.

Wild Fig & Cassis von Jo Malone


riecht nach Feigen und weniger nach schwarzen Johannisbeeren als man annehmen könnte. Außerdem kommt ein starker "Gras-Geruch" hinzu, grünes Gras... Die Kopfnoten sind etwas scharf und beißen, später tritt die Feige immer mehr hervor und der Eindruck bleibt frisch-grün. Fruchtaromen vermisse ich völlig (wo ist die Johannisbeere?), doch Fans des Feigenaromas werden mit diesem Eau de Cologne sicherlich glücklich werden. Wie immer bei Jo Malone ist der Duft sehr leicht und verfliegt schnell.

Woman Amber von Halston


Äußerst starker Amber-Duft, preislich im Mittelfeld, geruchsmäßig ebenso. Ich bevorzuge das klassische Halston (allerdings in seiner Urform, also nicht- reformuliert). Diese neue Variante überzeugt mich nicht; vermute, daß sie floppen wird - so wie schon der Vorgänger, das "neue" Halston

XJ Homme Xerjoff


Ein netter Zitronenauftakt, der schnell von einem mächtigen Lederakkord gefolgt wird, der alle anderen feinen Bestandteile killt (Lavendel, Nelke....). Riecht so, als ob der diensthabende Hygiene-Arzt das Desinfektionsmittel mit seinem "English Leather EdC" gemischt hätte. Ich schlage vor, gleich "Tabac Original" zu erwerben und 95% des Anschaffungspreises dieses elitären Xerjoff-Wässerchens zu sparen. Wer etwas mehr ausgeben möchte, fährt auch mit "Knize Ten" gut, wenn ihm dieser Stil gefällt. Schließlich gibt's auch in der Russischen Föderation nur circa 200 Multimilliardäre, die sich fast den gesamten Reichtum des Landes aufteilen. Und diese Typen sind die Zielgruppe der Firma Xerjoff: Leute, für die der Preis keine Rolle spielt und die sich von einem Label blenden lassen, das in jedem "Blind Test" schlechter abschneiden würde als das Sortiment von Novaya Zarya (einer günstigen russischen Marke!).

Y von Yves Saint Laurent


Ein klassischer grüner Chypre, einer der besten schlechthin (leider heute bereits ein Reformulierungsopfer, doch auch in der jetzt erhältlichen Version wundervoll). "Y" ist unverkennbar ein Parfum im französischen Stil, ein Paradebeispiel für einen gelungenen Sixties-Duft. Die aldehydischen Pfirsich-und Pflaumenakkorde in der Kopfnote verpassen dem Duft genau die richtige leichte Fruchtigkeit, bevor Eichenmoos und Patchouli übernehmen. Die Balance zwischen grüner Kühle und warmer Holzigkeit ist perfekt. Jede(r), die sich für Chypres mit einem 60's Vibe begeistern kann, sollte "Y" eine Chance geben! "Y" paßt übrigens immer und zu jedem Anlaß. Ein weiterer Pluspunkt!

Zegna Intenso


Frisch, ein bißchen würzig, ziemlich "generic" – wie man so schön auf Englisch sagt. Einer von diesen Düften ohne großen Wiedererkennungswert, austauschbar. Nicht unangenehm, aber banal. "Zegna Intenso" riecht leider noch konformistischer als der ursprüngliche Duft von Zegna, der zwar ebenfalls sehr eindimensional war, aber noch mehr Ausdruck hatte als der Nachfolger, der zu Unrecht "Intenso" heißt. Okay, er hält gut. Vielleicht deswegen "intenso".

Riviera Goddess von Avon


Ein neuer "Cheapie" von Avon, einer Firma, die immer 'mal wieder einen Duft herausbringt, den ich tragbar und gleichzeitig von Preis-Leistungsverhältnis her gut finde. "Riviera Goddess" einnert von Namen her an Lauder's "Bronze Goddess" - und ich muß gestehen, daß ich auf eine Ähnlichkeit oder Verwandtschaft gehofft hatte, als ich den Avon-Duft blind bestellte. Leider ist "Riviere Goddess" eine orangige Konstruktion, die mich sehr an "Just Cavalli" oder an "Elie Saab"erinnert. Das sind Düfte, die ich nicht mag. Zudem ist das meiner Meinung nach 100% synthetische "Riviera Goddess" darauf ausgelegt, immer gleich zu riechen. Eine Unterscheidung in Kopf-, Herz- und Basisnote ist nicht mehr auszumachen. Da weiß frau, was sie hat, nämlich einen Mix aus Orange, Jasmin und künstlichem Zedernholz. Doch es kommt schnell Langeweile auf, denn ich finde es sehr spannend, Duftverläufe zu beobachten. "Riviera Goddess" ist statisch.

Roadster Sport Cartier


Startet zunächst sehr spritzig und wild mit Bergamotte, Zitrone und Mandarine - super! Aber dann folgt Salbei. Das ist ein Kraut, welches mir vom Geruch her gar nicht liegt, erinnert mich an meine Halsbonbons und den Tee mit dem ich gurgele, wenn ich eine Erkältung habe. Die vom Hersteller angegebene Patchoulinote in der Basis wird durch die Erkältungstee-Nummer so verfremdet, daß ich jeglichen Spaß an dem Duft verloren hatte, nachdem er eine halbe Stunde auf meiner Haut war. Nach einer Stunde war der Drydown so schauerlich chemisch und unangenehm, daß ich meine Hand einer Abwasch-Orgie unterziehen mußte.

Roberto Cavalli Eau de Parfum von Roberto Cavalli (2012)


Dieser Cavalli soll laut Angaben der Parfümerie-Fachverkäuferin bei Douglas endlich derjenige werden, der "absolut einschlägt". Der Slogan zu diesem Parfum lautet folgerichtig: "Don't go unnoticed" - sinngemäß also: "Fall auf!" Auf meiner Haut haftete der Duft nicht länger als drei Stunden und besonders durchdringend war er auch nicht (keine besondere Sillage). Aus dem Hause Coty kommend (dem größten Parfumproduzenten der Welt) erinnert "Roberto Cavalli" an vieles, was man bereits kennt und ist frei von neuen Einfällen. "Guess Seductive" (auch von Coty) geht in die selbe Richtung. Cavalli muß man zugestehen, feiner zu duften als Guess, dennoch finden sich in beiden Kreationen ähnliche sehr künstliche Vanille- und- Orangennoten. Der Relaunch von "Venezia" vom letzten Jahr (2011) erinnert ebenfalls ein wenig an den neuen Cavalli, auch hier das "Italian theme" im Vordergrund (viel Orangenduft, Vanillearoma, Gold in der Verpackung). "Roberto Cavalli" riecht nicht übel, wenn auch nicht sonderlich originell oder gewagt. Ich würde dieses Parfum als "safe choice" für die Mainstream-Kundin bezeichnen.

Roma von Laura Biagiotti


Roma ist ein Reformulierungsopfer, hat leider seinen hohen Wiedererkennungswert eingebüßt! Von allem ist in der heutigen Version jetzt weniger drin: Weniger Minze, weniger Johannisbeere. Das Herz ist viel schwächer als früher, hat keine Vitalität mehr, die Basisnote ist weicher, was sich aber negativ auswirkt, denn nach knapp einer Stunde verfliegt das neue "Roma"! Kein "Hauch von Ewigkeit" mehr. Traurig.

Rose Aoud von Micallef


Sehr schöner Mix aus zwei seit einigen Jahren äußerst angesagten Bestandteilen: Rose und Adlerholz. Eine üppiges Bouquet für den Abend, tagsüber zu voluminös, obwohl die Haltbarkeit besser sein könnte (liegt bei knapp drei Stunden). Der Komposition fehlt das "gewisse Etwas", ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen Parfums, die Rose und Aoud mischen. Es wirkt auswechselbar.

Rose essentielle von Bulgari


Das klassische "Bulgari" ist wunderschön! Aber dieser Flanker hier schraubt das Rosen-Volumen noch mal hoch in die extrem süße Ecke, der Duft wird klebrig-überzuckert wie Rosenmarmelade aus der Feinkostabteilung. Ich bleibe beim klassischen "Bulgari", der hat die Rose in Perfektion integriert, mit einem leichten, grünen Hauch. Der Flanker "Rose essentielle" übertreibt's mit der Königin der Blumen.

Rose Fraiche Yves Rocher


Ein sehr leichter, unauffälliger Rosenduft, ähnlich wie "Moment de Bonheur" (ebenfalls von YR). Unspektakulär, aber zusammen mit dem Duschgel und der Bodylotion duftet frau angenehm nach rosafarbenen Röschen - et c'est tout. Mehr is' da nicht, aber mehr hatte ich auch nicht erwartet, daher ist's okay.

Rose Nacrée du Désert von Guerlain


Sehr dichte, blumig-kompakte, gehaltvolle Komposition mit gezuckerter Rose, Aoud, Patchouli und starkem Safran-Anteil. Üppig, voluminös, aber wohlbekannt. Montale hat schon vor einigen Jahren ähnliche Parfums entwickelt. Und wenn es um Safran plus Rose geht, rate ich zu "Safran troublant" von L'Artisan Parfumeur. Alles in allem sind 180 Euro für diese "Edition Limitée" einfach too much. Für den Preis ist der Duft nicht originell und einzigartig genug!

Rouge von Dita von Teese


Nicht viel schlechter als der letzte Roberto Cavalli oder "Ellie Saab", Orange in der Kopfnote, blumige Elemente im Herzen, ein leicht rauchiger Unterton durch eine starke chemische Teekomponente. Für den relativ niedrigen Preis (circa 16 Euro) empfehlenswert, da die Haltbarkeit sehr gut ist, der Flakon prima in die Handtasche paßt und der Duft sogar einen gewissen "Wiedererkennungswert" hat - er liegt für mich klar vor vielen wesentlich teureren Vertretern aus der Fruity-Floral-Obstsalat-Kategorie oder verwässerten Reformulierungsopfern großer Designerdüfte. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt bei "Rouge". !

Rouge von MCM


Ein Beispiel für einen Duft, bei dessen Konzeption vieles "falsch gelaufen" ist. Die fruchtige Kopfnote wird überlagert von einem milchig-säuerlichen Geruch, der zudem auch noch etwas Stechendes hat. Hier sollte wohl alles in eine Flasche gepackt werden: Frucht, Gewürze, Hölzer, Amber, Vanille. Das Ergebnis ist: One horrible mess! Dieses olfaktorische Durcheinander macht keinen Spaß. Vielleicht kann man als einziges Positivum vermerken, daß der Duft eben kein bloßer "fruity-floral" ist, sondern eine "mixed bag"; allerdings eine sehr häßliche (so wie die meisten Taschen von MCM).

Royal Bain de Caron


Heute fast nur noch in erneuerter, umformulierter Form erhältlich (wie die meisten Caron-Parfums). Früher war dieser Duft ein blumig, leicht orientalischer Wohlfühlcocktail. Das Herz bestand aus Flieder und Rose, kombiniert mit pudrigen Noten, Heliotropin und Opoponax. Die pudrige Note war das beste an "Royal Bain de Champagne" (so hieß der Duft damals). Kenzo hat die Struktur mit seinem "Flower" aufgegriffen und weiterentwickelt. Leider riecht die neuste Version von "Royal Bain" dünn und sehr synthetisch. Falls Sie eine Vintage-Flasche finden, greifen Sie zu!

Royal Secret von Five Star Fragrances


Leider wird dieser Duft nicht mehr von der Firma Monteil vertreiben, sondern von der US-Marke "Five Star Fragrances". "Five Star Fragrances" sind sehr rigorose Reformulierer und Formelverwässerer. Vom früheren fantastischen "Royal Secret" ist nur noch der Name geblieben. Was ich da in der heutigen Version rieche, ist viel billiger Lavendel in der Kopfnote (mit leicht an Mentholzigaretten erinnernden Obertönen) auf einer konventionellen Ambra-Zibet-Patchouli Basis, die muffig und altbacken riecht (Assoziation "Oma-Parfum" bei meinen Töchtern inklusive). Ein bißchen wie "Tabu" von Dana, nur nicht ganz so heavy. Die Konzentration ist ein "Cologne Intensive", der Duft verfliegt nach circa 30 min - und man ist erleichtert.

Rubj von Vero Profumo


"Rubj": Sprühte den Duft auf einen Teststreifen (ein Disaster!), dann auf meine Haut (ein Horror!). Gefällt mir überhaupt nicht. "Rubj EdP" riecht nach indischem Essen (ich liebe indisches Essen, aber mein Parfum sollte nicht nach Küche riechen!), muffiger Tuberose (wie kann man gutes Rohmaterial so verderben?), Basilikum und Zedernholz. Die Kopfnote aus unreifer Marajuca ist mir nicht freundlich genug, sondern beißt in der Nase, da sie zu sauer ist. Doch der Drydown mit Moschus schlägt dem Faß den Boden aus: Männerschweiß. Ein völliger Reinfall, dieser teure Nischenduft.

Russkaja Krasavitza


Über Russkaja Krassavitza" mußte ich schon so manchen üblen Kommentar lesen - wohlgemerkt - nur lesen, nicht hören, wenn ich den Duft trug. Einige russische Parfum-Blogger neigen dazu, die Produkte, die im eigenen Land hergestellt werden, per se abzulehnen. Da ich als "Multikulti"-Person mit verschiedenen Wohnsitzen die Sache lockerer sehen kann (ich verbinde zB. auch keine negativen Assoziationen mit dem legendären Duft "Rotes Moskau", bin ja auch nicht Jahre politisch unterdrückt worden...), macht es mir keine Probleme, meine Zuneigung zu dem Duft "La Belle de Russie" unumwunden zuzugeben. Die meisten meiner deutschen und englischen Freunde mögen "La Belle" ebenfalls; ich muß immer einige Flaschen aus Moskau mitbringen. Der Duft selbst kann am besten als Kreuzung aus Guerlains "Champs d'Elysées" und Chanels "Coco Mademoiselle" beschrieben werden. "Russian Beauty" ist ein blumiges, semi-orientalisches Parfum, das einfach angenehm riecht, vorausgesetzt, man mag diese blumige Richtung. Außerdem ist das Preis-Leistungsverhältnis überragend. "Good value for money", sage ich da nur.

Sacrebleu von Patricia de Nicolai


Sacrebleu - verdammt nochmal - was für ein gutes Parfum (und den Namen Sacrebleu finde ich - Donnerwetter - ziemlich seltsam, ein harmloses französisches Fluchwort, das schon ziemlich aus der Mode gekommen ist). Mais le parfum: excellent! Mon Dieu, so gute Parfums sind selten! Ich nehme einen herrlichen, weichen, ambrierten Duft wahr, leicht balsamisch, mit einer gewissen rauchigen Wärme ergänzt. Blumen kann ich im einzelnen nicht herausriechen, wenn überhaupt, dann vielleicht eine dunkle Rose im Hintergrund. Ein Parfum, das seinesgleichen sucht. Manche sagen: "L'Heure Bleue revisited", ich aber sage: Sacrebleu ist besser, schöner und moderner (klar!) als die "Blaue Stunde", zumal "L'Heure Bleue" bereits reformuliert wurde. Haltbarkeit und Sillage sind vortrefflich. Ein Meisterwerk von Patricia de Nicolai, einer der besten Parfümeurinnen überhaupt (muß an den ihr eigenen Guerlain-Genen liegen).

Safanad von Parfums de Marly


Von "Parfums de Marly" hatte ich bis dato nichts gehört bzw. gerochen, doch dann wurde ich im Parfumforum "Parfumo" auf den Duft aufmerksam gemacht. Seit 2009 ist die Nischenfirma "Parfums de Marly" auf dem Markt und hat bereits neun Düfte lanciert. Interessant, auf welche Namen manche Firmen so kommen... "Parfums de Marly" bezieht sich auf Pferdeskulpturen eines gewissen Guillaume Coustou, dessen Pferdeabbilder unter der Überschrift "Les Chevaux de Marly" zusammengefaßt werden. Wieder eine Info aus der Welt der französischen Kunstgeschichte, ohne die ich auch bequem hätte weiterleben können... Pferdeskulpturenfan bin ich ohnehin nicht, besonders nicht, seitdem ich vor ein paar Jahren zwei Meißener Porzellanpferdepferde, die mir von einer Großtante vererbt worden waren, heruntergeschmissen habe... Die Website der Firma Marly ermüdet mit dem Interieur eines Napoléonischen Salons und schwelgt in klassizistischen Bildern unterlegt mit klassischer Musik. Der geneigte Kunde wird zudem darüber in Kenntnis gesetzt, daß unlängst eine "Parfums de Marly Boutique" in den Arabischen Emiraten eröffnet hat, noblesse oblige. "Safand" deckt das Thema "Orangenblütenduft" ab. Nach einem frischen Start mit einer ganz leichten Birnen-Note rieche ich eine wahre Explosion von Orangenblüten. Ach, wie kommt mir das bekannt vor... im Mainstream gibt es ähnliche Beispiele ("Roberto Cavalli", "Elie Saab"). Beim "vergleichenden Tragen" von "Elie Saab" und "Safanad" schneidet "Safanad" besser ab. Die Orangenblüte ist hier weicher, eingebettet in Vanille und Ylang-Ylang. Bei "Safanad" handelt sich um eine sehr kompetent gemachte Orangeblütenduft-Version, bestehend aus guten Rohmaterialien. "Safanad" riecht feiner als die Mainstream-Beispiele, auch der Drydown ist weicher als z.B. der von "Elie Saab". Dieser Duft sei allen Orangenblüten-Liebhaberinnen empfohlen; mir persönlich gefällt er nicht, da ich ausgerechnet Neroli nicht mag. Leider ist "Safanad" in meiner Wahrnehmung beinahe ein "Soliflore", solide gemacht, aber komplett frei von neuen Einfällen und viel zu "posh".

Sahara Noir von Tom Ford


"Sahara Noir" - für mich eine der besten Neuerscheinungen des Mainstreams im Jahr 2013. Wer Weihrauch nicht mag, wird diesem Duft freilich nicht viel abgewinnen können. "Sahara Noir" ist sehr klar und eindeutig. Auf der Bühne stehen Weihrauch und Labdanum im hellsten Scheinwerferlicht. Sie sind die Hauptakteure, wobei der Weihrauch den meisten Text hat. Allerdings nicht irgendein Weihrauch, sondern "Orpur", ein Molekül, das von Givaudan entwickelt worden ist und wohl ziemlich viel kostet. Das vom Parfümeur eingesetzte Labdanum ist einmal ein Absolue, zum zweiten aber auch ein neues Molekül, das den Namen "Ambreinol" trägt. Letzten Endes sind diese Informationen aber gar nicht so wichtig. Der Effekt zählt. Und dieser ist bombastisch. Die leichte anfängliche Süße in der Kopfnote wird abgemildert durch einen Hauch von Safran – sonst lenkt nichts von den beiden Hauptdarstellern ab. Man kann diesen Duft dafür kritisieren, daß er zu linear ist und sich zu wenig entwickelt. Man kann einwenden, daß es bereits genug "Weihrauch-Parfums" auf dem Markt gibt. Dennoch erscheint mir dieser von Rodrigo Flores-Roux entwickelte Duft sehr besonders. Flores-Roux steht normalerweise für blumige Düfte (Cliniques Happy-Parfums oder Ardens Flanker der Green-Tea-Serie), hat aber 2008 auch für Donna Karan "Essence Labdanum" kreiert und gilt als Schöpfer von "Black Cashmere" (ebenfalls von Donna Karan) . Sein besonderes Talent für den Umgang mit starken Duftmolekülen hat er also schon unter Beweis gestellt. Er holt meines Erachtens das Beste aus den Materialen heraus. Laut Tom Ford war es die Aufgabe von Flores-Roux, Weihrauch in ein "goldenes, honigfarbenes Licht zu hüllen". ("To wrap frankincense in a gold and honey-coloured light"). Dies ist ihm meines Erachtens gelungen. Übrigens ist "Sahara Noir" ein Unisex-Duft. Mir ist nicht verständlich, warum er als "Damenparfum" vermarktet wird.

Saharienne Yves Saint Laurent


Langweilig. Frisch und zitronig im Auftakt, ein kurzer, warmer Hauch im Ausklang - nach 30 Minuten ein kaum mehr wahrnehmbarer Hauch. Ist das die Zukunft der "modernen Mainstream-Parfümerie?" Dann werde ich mich um so mehr den Nichen-Düften zuwenden! Dieser Duft - aus einem Traditionshaus wie YSL kommend, einem Haus, das Düfte wie Opium, Y oder Paris herausgebracht hat - ist eine Riesenenttäuschung. Vielleicht lanciert YSL zur Zeit zuviele Parfums? Erst vor einigen Monaten erschien Parisienne L'Extreme und nun dieses Wässerchen. Ja, ganz nett ist es - aber war es nötig? Ist es eine Bereicherung? Will ich es gar haben? Nein. Kreativität des Parfumeurs? Fehlanzeige. Einfach nur eine weitere Neuerscheinung des Jahres 2011, die dem Konzern, zu dem YSL gehört, Geld in die Kassen spülen soll. Ob der große Yves selbst so ein zahmes, lahmes Wässerchen unter seinem Namen lanciert hätte? Ich wage dies zu bezweifeln.

Sa Majesté la Rose von Serge Lutens


Eine "echte" Rose (hier die legendäre "Bourbon-Rose"), also ein Parfum, das nach lebenden Blumen riecht, nicht nach Rosenöl. "Sa Majesté la Rose" ist eines der schönsten Rosenparfums überhaupt. Sheldrake und Lutens haben hier eine perfekte Komposition geschaffen, die nicht zu überbieten ist. Wer Rose liebt (den Duft der Rosenblüte an ihrem Stengel), dem sage ich: "Search no more".

Santos von Cartier


Reformulierungsopfer. War früher großartig, heute nur noch durchschnittlich. Traurig.

Sasha: See and be Seen von Benefit


Blumiges Vergnügen mit viel Gardenie. Nicht zu süß, nicht zu schwer - gerade richtig für einen femininen, beschwingten Auftritt. (Übrigens einiges besser als "Truth or Dare" von Madonna. Die Verwandtschaft zu diesem Duft ist offensichtlich. )

Sensology No.6


Ein günstiger Duft aus Krakow/Polen. Aquatisch-frisch mit viel Calone. "Escape" von Calvin Klein riecht ähnlich, aber hält viel länger.

Sensual Essence Cool Water Woman von Davidoff


Wer hier einen frischen, acquatischen Duft im Stil des klassischen "Cool Waters" erwartet, wird enttäuscht. "Sensual Essence" knüpft an die seit Jahren bewährte Idee an, den Duft von sonnengebräunter Haut nachzuempfinden, ist aber viel leichter als z. B. "Sun" von Jil Sander. Dezent blumige Noten von Frangipani und eine Prise Vanille ergeben einen unspektakulären, aber angenehmen, unaufdringlichen "Skin-Scent", der sicherlich ein Bestseller werden wird. Ein Trend in der Mainstream-Parfümerie 2012 geht offensichtlich hin zu zarten, privaten Düften, die von der Umwelt kaum registriert werden. Sehr zahm, sehr "politically correct". Was aber bedeutet in diesem Zusammenhang der Names des Duftes, nämlich "Sinnliche Essenz"? Eine Essenz stelle ich mir stärker und konzentrierter vor. Seltsam.

Sensuelle Russie von Esteban


Esteban ist eine Nischenfirma, die gute und preislich erschwingliche Parfums produziert. "Sensuelle Russie" ist einer meiner Lieblingsdüfte von Esteban. Man riecht Pinien und Zeder, sowie einige weitere aromatische Substanzen, die einen in eine russische "Banja" versetzen (eine Art Sauna). Der Duft ist außergewöhnlich schön und evoziert in der Tat das Land, das er widerzuspiegeln versucht. "Sensuelle Russie" ist stark und sanft, kalt und warm zur gleichen Zeit. Das Parfum spielt gekonnt mit den Kontrasten und Widersprüchen, die das Bild Rußlands prägen. Sehr zu empfehlen!

Sensuous Nude von Estée Lauder


Viele "alte" Parfums der Firma Estee Lauder mag ich, manche haben mich sogar seit meiner Jugend begleitet. Daher bin ich EL gegenüber immer positiv eingestellt. "High hopes" hatte ich auch für diesen Duft, "Sensuous Nude". Doch leider kann ich mit dieser Kreation nicht viel anfangen. Ein bißchen Maiglöckchen, ein bißchen rosa Pfeffer - doch danach rieche ich fast nur noch KOKOS. Der Drydown erinnert entfernt an den ersten "Sensuous-Duft", den ich zu meinem großen Verdruß auch schon nicht besonders mochte. "Bronze Goddess" von EL hat meiner Meinung nach das Tahiti-Kokosnuß-Terrain schon gut abgedeckt, den Sinn von "Sensuous Nude" verstehe ich nicht (außer dem kommerziellen Interesse der Firma EL natürlich). Die Haltbarkeit ist ausgezeichnet, es war schwierig, diesen Duft wieder abzuwaschen.

Shalimar Ode à la Vanille 2012


Das neue Shalimar "Ode à la Vanille: Sur la route de Madagascar" ist – dies sei vorweg gesagt – wundervoll. Es ist eine "Limited Edition", daher war es kein Fehler, diesen Duft schnell zu erwerben, denn er ist so gut, daß er bald ausverkauft sein könnte. Mir scheint er weicher und feiner als "Shalimar Light" und besser als die heutezutage angebotene "normale" Version des Eau de Parfums zu sein. Diese Ode an die Vanille ist zudem pudriger als ihre Vorgängerinnen, aber es steckt viel mehr in diesem schmeichelnden Parfum als nur Vanille. Thierry Wasser, Guerlains Chef-Parfümeur, hat eine abgerundete, geniale, gar nicht 'mal so süße Version des Klassikers geschaffen, die diesem Jahrhunder-Duft gebührt. "Ode" ist keinesfalls klebrig oder so extrem vanille-lastig wie z.B. "Spiritueuse Double Vanille". Dennoch ist die Vanille-Note hier komplexer als in anderen Versionen von "Shalimar", was mit der kunstvollen Kombination verschiedener Sorten (z.B. aus Madagaskar) zusammenhängt. "Ode à la Vanille" beginnt mit den frischen Kopfnoten, die wir von "Shalimar" kennen, wird aber dann schnell wunderbar weich und bewirkt bei mir ein sofortiges Wohlgefühl. Der Drydown ist besonders positiv hervorzuheben: leicht pudrig, ein bißchen "schokoladig" sogar, frei von kratzigen, widerborstigen Elementen. "Ode à la Vanille" hält besser als das normale EdP. Es ist ein üppiger Duft, doch durch die ausbalancierte Komposition empfinde ich ihn als noch besser tragbar als das Original in seiner heutigen Version. Wer "Shalimar" mag, sollte sich diese Schönheit nicht entgehen lassen! Traumhaft!

Shalimar Parfum Initial von Guerlain


"The initial feeling": Ein frischer, vibrierender, aber vertrauter Shalimar-Akkord. Unverzüglich und unverkennbar Shalimar. Allerdings frischer, zitroniger, spritziger als früher. Hmm, denke ich, grandios! Aber der Spaß dauert nicht lange. Das "initial feeling" verschwindet und der Duft verwandelt sich in eine banale Sauce. Ich rieche die momentan so beliebten "Amber-bases" aus dem modernen Chemielabor (so wie in Lauders Sensuous-Düften, zum Beispiel). Ganz klar eine Neulancierung, die darauf hofft, daß die Kundin ihre Kaufentscheidung schnell fällt - am besten in den ersten fünf bis zehn Minuten. Monsieur Polge, die Nase von Chanel, hatte wirklich etwas Neues zu sagen, als er Eau Premiere entwarf. Aber Thierry Wasser - nomen est omen - hat das herrliche Shalimar verwässert. Nicht genug damit, daß Shalimar seit einigen Jahren ohnehin umformuliert auf dem Markt ist und nicht mehr so riecht wie früher - nein, jetzt gibt es also diese "Schnellversion" des Klassikers, in einem hübschen Flacon und mit der sexy Nathalia Vodovina als Gesicht der Campagne. Lang kann sie sich in ihrem Bett nicht räkeln, denn um von dem schönen, INITIALEN Charme des Duftes etwas zu haben, muß man ihn ständig neu versprühen. Das ist prima für den Umsatz des Konzerns LVM, an dessen Steigerung ich mich jedoch garantiert nicht beteiligen werde.

Shalimar Parfum Initial L'Eau


Der neuste Flanker, eine leichtere Version des seit 2011 erhältlichen "Shalimars Parfum Initial". Mit dem großen Klassiker hat dieses "Eau" kaum etwas gemeinsam, es ist eine zarte Interpretation des "Initial-Themas". Wer also "Parfum Initial" schon nicht mochte, wird auch diesen Flanker nicht gut finden. Die Präsentation ist allerdings gelungen, Flakon und Verpackung sind sehr ansprechend. In den Kopfnoten nimmt man sehr frische Zitrone wahr, die aber nach ganz kurzer Zeit einer pudrigen Irisnote weicht, angeblich (laut Marketing-Abteilung) "une des plus belles notes iris de Guerlain" = eine der schönsten Irisnoten von Guerlain. Diese Aussage gehört für mich in die Abteilung "Übertreibungen". Ich denke bei dieser Irisnote sofort an das Parfum aus der Guerlain-Exclusif-Reihe, "Iris Ganache", nur ist die Iris in "Parfum Initial L'Eau" viel schwächer. Der Drydown ist sehr sanft, leicht süß und enthält diese künstliche Vanille-Holz-Moschus-Kombi, die ich schon beim "Parfum Initial" nicht mochte und als zu synthetisch empfand. Sillage und Haltbarkeit sind nicht besonders ausgeprägt, was aber bei der Konzentration "Eau" nicht verwundert. Ich frage mich, ob Guerlain mit diesem Sommerduft, der als "Initiation in die Welt der Sinnlichkeit" angespriesen wird, wirklich neue, vor allem junge Kundinnen erreicht. Mir persönlich ist der Duft zu leicht, zu wenig markant (selbst für den Sommer) und überzeugt mich nicht, aber ich gehöre auch nicht zur Zielgruppe, denn ich bin "40 plus". Meine Tochter (ganz klar zur Gruppe gehörend, die Guerlain im Blick hat), bevorzugt die stärkere Version, also das "Parfum Initial", auch aus Kostengründen, wie sie mir vorhin erklärte. Schließlich verfliegt das "Eau" viel schneller und ist nicht viel günstiger!

Shem-el-Nessim von Grossmith


Ein ultraschwerer Duft, der um die Jahrhundertwende kreiert wurde und auch so riecht. Für mich nicht tragbar, aber äußerst interessant, um eine Vorstellung von alten Herstellungsmethoden und historischen Parfums zu bekommen. Exklusiv bei Harrods im 5. Stock in Roja Doves "Haute Parfumerie" zu bekommen.

She Wood Golden Light Wood


Sehr schöner Auftakt, frisch, acquatisch, leicht zitrisch. Erinnert mich an den herrlichen Sommerduft "Aria di Mare" von Il Profumo. Der Drydown ist jedoch ziemlich synthetisch und hält mit dem tollen Auftakt und den schönen Herznoten nicht mit. Zum Glück riecht man ihn erst nach circa zwei Stunden. Definitiv ein Kandidat für den Sommer, auch wenn "She Wood Golden Light Wood" nicht 100% überzeugen kann, ist doch der frische Start schon eine Flasche wert.

Shocking de Schiaparelli (1937)


Dieser Duft kam 1937 heraus, wurde bis in die achtziger Jahre hinein produziert und dann Ende der 90er wiederaufgelegt. Die Vintage-Version ist unglaublich gut! Durchschlagend, unverwechselbar, exotisch. Man stelle sich vor, wann das Parfum heraus kam und wer es vielleicht getragen haben könnte, Greta Garbo zum Beispiel? Die Neuauflage erinnert nur noch ganz entfernt an das alte Meisterwerk. "Shocking" ist sie auf keinen Fall mehr. Weder hat sie Power noch erotische Ausstrahlung. Auch die neuere Version ist meiner Meinung nach heute (Ende 2011) kaum noch zu bekommen, aber falls Sie "Shocking" probieren wollen, seien Sie vorsichtig, der echte Vintage-Duft kommt in dem Parfum-Flakon mit der abnehmbaren Brosche daher, entworfen von keinem Geringeren als Salvadore Dali.

Sienne L'Hiver von Eau D'Italie


Aus dem Jahre 2006, geschaffen von Bertrand Duchaufour. Ein transparenter und trotzdem komplexer, sehr "trockener" Duft mit Iris, Veilchen und einem staubigen, fast "steinigen" Touch, der aber besser rüberkommt als diese Beschreibung vielleicht vermuten läßt. Die Kopfnoten sind sehr schön und verblassen im weiteren Verlauf kaum, zum Schluß tritt ein leicht rauchiges Element hervor. "Sienne L'Hiver" ist auffallend anders als konventionelle Irisdüfte, die leicht würzig-staubige Note ist interessant und faszinierend. Leider hält der Duft nicht lange (90 min) und ist daher zu teuer.

Signature Summer for Her von Victoria Beckham


Unspektakuläres, leichtes, fruchtig-acquatisches Eau de toilette für den Sommer. Wasserlilie und Freesie dominieren. Der Drydown ist ziemlich chemisch-unfreundlich, aber er verdirbt den positiven Gesamteindruck nur geringfügig. Ganz okay.

Signorina EdP von Salvatore Ferragamo


Rosa, mit Schleifchen, ein braves Fräulein-Parfum? Nein, aber ein sehr kalkuliert und schlau konstruierter Fruity-Floral, der auch jüngere Käuferinnen auf die Marke Salvatore Ferragamo aufmerksam machen soll. Hier ist irgendwie alles drin, was jungen Userinnen gefällt, ein bißchen Rose, etwas Pink Pepper, ein bißchen Cassis. Der Drydown soll laut Werbematerial einen "Pannacotta-Akkord" aufweisen. Wenn man's nicht vorher gelesen hat, kommt man kaum darauf, aber der leicht milchige Touch mit etwas karamelisierter Butter – umrahmt von einer Sauce aus rosa Beeren... - ja, könnte hinkommen. Dazu Vanille und Moschus. Insgesamt ein "easy crowd pleaser", besser als viele andere auf diesem ausgetretenen Pfad, für mich (zu alt!) keinesfalls interessant, aber für die Gruppe 15-25 sicher eine nette Alternative zu Düften im Stil von Miss Dior Chérie. Auf einer englischen Parfum-Seite hat eine Kommentatorin einen schönen Begriff geprägt: Den "inner-girl-Duft". Sie schreibt, daß "Signorina" der Duft sei, der das "kleine Mädchen" in ihr widerspiegeln würde. Das ist auch ein Weg, mit diesem Duft umzugehen. Mein "inner girl" war schon immer frech. Schleifchen habe ich mir sofort wieder aus den Haaren rausgerissen... (Übrigens: "Signorina" hält vorzüglich!)

Si Lolita EdP von Lolita


Lempicka Im Jahre 2009 lancierte Lolita Lempicka diesen außergewöhnlich schönen Duft, einen sehr würzigen, aber dennoch leichten Orientalen, der mit den anderen Parfums aus dem Hause nichts gemeinsam hat. "Si Lolita" hat eine scharfe, pfeffrige Kopfnote, wird aber nach kurzer Zeit traumhaft weich und gleichzeitig holzig, man fühlt sich zuweilen an "Feminité du bois" erinnert. Ein so würziger Duft, der einen so komplett unpassenden Namen trägt, konnte wohl auf dem Markt nur floppen, da viele Kundinnen, die Parfums im Stil von "Feminite´du Bois" bevorzugen, sich vom Lolita-Image und dem Flakon in Form eines Kleeblatts (warum ein Kleeblatt???) nicht angesprochen fühlten, wahrscheinlich den Duft nicht einmal probierten. Der Kontrast zwischen Inhalt und Form könnte kaum größer sein. Schlechtes Marketing, fantastischer Duft!

Sira des Indes


Ein sehr fruchtiger Duft von Patou und ein interessanter dazu. Schon mit "Patou forever" hatte die Firma versucht, auf den "fruity-gourmand" Zug aufzuspringen; leider wurde "Patou forever" ein Flop. Mit "Sira des Indes" scheint es sich ähnlich zu verhalten, man findet den Duft relativ günstig auf Ebay und sogar bei TKMAXX habe ich ihn schon gespottet (März 2012). Ich schätze daher, daß "Sira" bald nicht mehr produziert werden wird. "Sira des Indes" verfügt über extrem starke Kopfnoten (vor allem Banane mit Kardamon kann man hier riechen) und entwickelt sich dann aber nicht weiter, bleibt sehr linear. Frangipani und Ylang-Ylang, Vanille und ein bißchen Moschus bilden das Gerüst auf dem die Früchte (vor allem Banane und Birne) in ihrer extremen Üppigkeit und fast schon Überreife präsentiert werden. Ein sehr durchdringender Duft, laut und langanhaltend. Nicht zu vergleichen mit den gewöhnlichen Fruchtcocktail-Düften im Stil von Escada etc. - und daher wohl zu ungewöhnlich für die Mainstream-Kundin. "Sira des Indes" ist in hoher Dosierung nervtötend, besonders wenn man Banane nicht mag. Dezent versprüht kann dieser Duft aber angenehm exotisch-sommerlich wirken und hebt sich vom Rest der "Fruity-Florals" ab.

So Elixir von Yves Rocher


"So Elixir" ist ein süßer, starker und femininer Duft. Ein dominanter Blumenakkord aus Jasmin, Rose und Ylang-Ylang wird kontrastiert mit einer Basis aus Tonkabohnen, Weihrauch und viel Patchouli. Vom Stil und der Duftfamilie her gibt es Verwandtschaftbeziehungen zu "Coco Mademoiselle", aber im Chanelduft rieche ich viel weniger Jasmin und der Drydown ist eben "Chanel-spezifisch" - anders als bei Yves Rocher - irgendwie "polierter". Ich könnte mir vorstellen, daß Anhängerinnen von "Alien", einem Parfum mit starker Jasminkomponente, sich mit "So Elixir" anfreunden könnten.

So Nude von Costume National


Dieser Duft ist von der Namensgebung her seltsam! Ich erwartete ein subtiles Hautparfum... "So Nude" eben. Doch schon der erste Spritzer aus dem Flakon führte mich zurück in die 80's. Eine überwältigende, üppige Blumenfülle narkotisiert und betört. "Beautiful" von Estee Lauder war auch so ein Duft - ein starker, blumiger Chypre. Die Vergangenheit läßt grüßen. Allerdings ist "Beautiful" komplexer, "So Nude" konzentriert sich auf Tuberose, Ylang-Ylang und Damaszener Rose gepaart mit etwas Kardamon. Hört sich gar nicht schlecht an, ist auch überhaupt nicht übel. Kann man ganz gut tragen. Okay, der Drydown gefällt mir nicht so gut wie das Herz, arg synthetisch ist er. Genau diesen Aspekt mag ich generell an Parfums aus dem Hause Costume National nicht besonders. Flakon und Verpackung sprechen mich ebenfalls nicht an, da sie so gar nicht zu dem Duft passen wollen. Für mich ist "So Nude" ein 80er-Revival-Parfum im modernen Outfit. Weder "beige" noch "hautaffin", sondern ein Powerblumenduft, der stundenlang hält. Letzten Endes ziehe ich in so einem Falle das gute alte "Beautiful" diesem Newcomer vor.

Soie Sage von Jardin de France


Ein Remake eines Remakes. Wenn "Flower" von Kenzo ein Remake des berühmten "Royal Bain de Champagne" von Caron ist (wie Turin und Sanchez in ihrem Buch behaupten), dann haben wir es hier mit einer Kopie von "Flower" zu tun. "Soie Sage" ist leicht, enthält ein bißchen Mimose und Melone auf einem sehr pudrigen Hintergrund (geprägt von Heliotropin). Im Unterschied zu "Flower" enthält "Soie Sage" noch einen Touch von gedämpften Thai-Reis. Der Name des Duftes ist nett: Ohne das "e" würde er übersetzt "Sei brav" bedeuten ("Soi sage!"), mit dem "e" heißt das Parfum zu Deutsch "Sanfte Seide". Es ist ein Duft aus der "Stoff-Reihe" von Jardin de France, die anderen Stoffe bzw. Materialien, die in den Parfums gefeatured werden, sind Tweed, Leder und Spitze. Der Seiden-Duft ist in der Tat sehr brav und soft, ich finde ihn äußerst unspektakulär, aber nicht unangenehm.

Soir de Lune von Sisley


Soir de Lune: "Mag isch net! Find ich gaaanz fuschtbaar." Okay, der Flakon ist schön, aber sonst? "Soir de lune" ist ein schwerer Rosen-Chypre. Das Parfum kam zwar 2006 heraus, riecht aber, als wolle es in Konkurrenz treten zu Düften wie Ungaros "Diva" oder Lauders "Knowing", vielleicht sogar zu dem heute nicht mehr produzierten "L'Arte di Gucci". Der Duft ist kräftig, Sisley bietet laute Akkorde auf, hier hat der große Dominique Ropion (der Mann hat herrliche und bedeutende Parfums wie Ysatis, Alien, Euphoria geschaffen! Und "Portrait of a Lady"!) voll in die olfaktorischen Tasten gehauen. Was dabei herausgekommen ist: leider nur Krach! Eichenmoos drängt sich auf, ist zu scharf. Die Zitruskopfnote sticht in der Nase. Die Gewürze sind ohne Feinabstimmung dazugeschmissen worden. Und die Rose, man riecht sie zwar, aber sie steht irgendwie "gerupft" da, so als hätte man ihr die Seele geraubt. "Soir de Lune" kommt nicht an seine Vorbilder heran. Vielleicht liegt das an den neuen Vorschriften, die die Verwendung von klassischen Chypre-Zutaten stark eingeschränkt haben? Ein weiterer Duft von Sisley, über den ich sagen muß: "Mag isch net".

Sous le Vent von Guerlain


"Sous le Vent"... was für ein schöner Name für ein Parfum. 1933 von Jacques Guerlain für die exotische Tänzerin Josephine Baker kreiert, war dieser Duft die olfaktorische Inkarnation des "Garçonne-Stils" dieser Zeit. "Sous le vent" ... so heißt auch eine Inselgruppe der Antillen – roch dieses Parfum gar tropisch-exotisch? Nein, es roch vor allem "grün". Jacques Guerlain begeisterte sich in den 30er-Jahren für grüne Noten in der Parfümerie und schuf mit "Sous le vent" einen archetypischen, aromatischen Chypreduft, der vollgepackt war mit Eichenmoos, Tabakblättern, Lavendel und Kräutern. Während "Mitsouko" durch die Einarbeitung von Pfirsich und ambrierten Noten gefälliger und süßer wirkte, blieb "Sous le vent" bitter und kühl, von einer windigen, grünen Frische durchzogen. "Sous le Vent" schaffte es nicht, zum Topseller zu werden und fiel in Ungnade, die Produktion wurde eingestellt. Doch Jean-Paul Guerlain hat "Sous le vent" 2006 zum Glück wiederbelebt und auferstehen lassen. Im "Maison Guerlain" in Paris wurde mir "Sous le vent" vor zwei Jahren gezeigt, und ich muß gestehen, daß dieses Parfum meiner Vorstellung von einem idealen grünen Chypre näher kommt als jedes andere. Der Duft ist perfekt. Moosig, leicht in die Fougère-Richtung gehend, strahlend und aromatisch-erfrischend. Unisex, natürlich. Ich kann allen Liebhaber/innen von grünen Chypres mit Vintage-Vibes empfehlen, "Sous le vent" zu testen, auch wenn der Preis abschreckend ist. Die Qualität ist außergewöhnlich.

SpellBound Estee Lauder


Dieser Klassiker von Estee Lauder kann die Gemüter erregen - positiv wie negativ. Ein sogenannter "Love or Hate" - Duft. Luca Turin schrieb in seinem Duft-Guide: "Vertreibt Pferde. Riecht wie Hustensirup" und gab diesem Parfum nur einen einzigen lächerlichen Stern. Diese Einschätzung kann ich nicht teilen, kann ich absolut nicht bestätigen. Spellbound ist sehr speziell - und wer Nelke, Kardamon, und Zimt nicht mag, sollte die Finger von diesem "Powerhouse"-Duft lassen. Wer jedoch einen ausdrucksvollen, sehr starken Duft mit 100% Wiedererkennungswert sucht, sollte Spellbound probieren. Dieses Parfum fällt auf, ist extrem konzentriert und hinterläßt einen bleibenden Eindruck. Kein Duft für schüchterne Frauen, aber eine olfaktorische Erfahrung, die man(n) nicht vergißt. Mir sind schon Männer hinterhergerannt, die wissen wollten, was ich trage...(nicht sie fragten nicht, weil sie den Duft so furchtbar fanden oder Pferdetreiber waren...um auf Turin zurückzukommen.) Eine von Sophia Grojsmans besten Schöpfungen!

Still Life von Olfactive Studio


"Still Life" ist ein prickelnder, sehr zitrusbetonter Cocktail, den ich gar nicht als still empfinde, sondern als spritzig und pulsierend wie ein heiteres Lachen. Fein ausbalanciert und über alle Maßen sommerlich, frisch und positiv. Nicht außergewöhnlich, aber erfreulich aufgrund der "good vibrations".

Strass von Soprani


Ein erstaunlicher Duft. In Deutschland fast unbekannt, was mir unverständlich ist. Beginnt mit einem starken Zitronenakkord, im Herzen riecht man Jasmin und Iris zusammen mit Zimt (interessante Mischung!). Der "Drydown" ist kühl und herb, sogar fast bitter, mit Zeder, Benzoin und Eichenmoos. Man könnte dieses Chypre-Parfum zwischen "Miss Balmain" und der "La Prairie Life Threads Platinum"-Kreation einordnen. Elegant und sehr stark. Gute Alternative zu Balmain oder sogar Robert Piguet ("Futur").

Style Soft von Jil Sander


Ein durchschnittlicher, blumig-fruchtiger Musk-Duft. Hat keine Mega-Sillage, sondern ist leicht und sanft. Im Gegensatz zum normalen "Style" ein bißchen weniger holzig, dafür im Drydown pudriger, trotzdem mit einem "modern vibe". Ich mag die Magnolien in diesem Duft, wer aber diese Note nicht leiden kann, sollte "Style" benutzen und nicht "Style SOFT". Nettes Tagesparfum, vollkommen ohne Suchtfaktor, eine zweite Flasche hiervon kaufe ich nicht!

Sultan Safran von Comptoir Sud Pacifique


Da ich Safran liebe, habe ich lange nach einem guten Duft gesucht, in dem diese Note auch deutlich wahrnehmbar ist (ein anderer wäre "Safran Troublant" von L'Artisan Parfumeur, der aber zu schnell verfliegt). "Sultan Safran" ist sehr würzig, wartet aber auch mit einigen blumigen Herznoten auf, die den Duft sowohl für Frauen als auch für Männer attraktiv machen. Trotz der Würze und der Blumen (Rose, Maiglöckchen, Jasmin) behält der Duft auch nach einiger Zeit eine gewisse Frische, die für einen Orientalen ungewöhnlich ist. Dies empfinde ich als sehr angenehm, denn aus diesem Grund kann man "Safran Sultan" auch im Frühjahr bzw. Sommer gut tragen. Ein typisches "Eau de Voyages" von Comptoir Sud Pacifique, gut zum Mitnehmen auf Reisen geeignet.

Tabu von Dana


Die Vintage-Verson kenne ich nicht. Was da heute als "Tabu" auf dem Markt ist, kann man nur als unerträglich bezeichnen. Ranzig-ölig, zibetlastig (künstliches Zibet natürlich), verstaubt und alles andere als verführerisch. Würde ich unbedingt auftragen, um abschreckend zu wirken. Mit diesem Duft wird die Trägerin selbst zum Tabu, es will sich niemand mehr neben sie setzen.

Ta'if


ist ein würziger Rosenduft, der am Anfang etwas scharf riecht, sich dann aber relativ schnell in einen trockenen, grünen Begleiter verwandelt. Safran kann ich nur schwer ausmachen, obwohl es von der Parfümeurin angegeben wird. Der Duft erinnert an Diptyques "Opône", ist aber ruhiger und bleibt zurückhaltend. Keine bombastische Rose weit und breit in "Ta'if". Die Ormande Jayne Parfums sind bis auf "Ormonde Man" und den Zwillingsduft "Ormonde Woman" keine Meisterwerke. Alle Parfums sind ausgewogen, angenehm und von durchgehend hoher Qualität, aber sie sind bis auf die Signature-Parfums des Hauses nicht unvergeßlich oder gar spektakulär, sondern von einem starken "Understatement" geprägt: "The London Perfumery" eben - so heißt ja Linda Pilkingtons Laden passenderweise im Untertitel. Stylisch, aber nicht wirklich "mein Ding".

Talc Gourmand von Farmacia SS. Annunziata


Babypuder mit Honig und Marzipan, im weiteren Verlauf gesellt sich Vanille dazu. "Sickly sweet" sagt man zu solch' einem Duft auf Englisch. Unerträglich, außerdem sehr haftfest, penetrant. Welche erwachsene Frau möchte so duften?

Tanit von Profumi di Pantelleria


Dieser Duft könnte wunderschön sein, wenn er nicht schon zu Beginn mit einer kratzenden, scharfen Note aufwarten würde. Zu den hier verwendeten Früchten (u.a. Maracuja und Aprikose) und den herrlichen Blumen (Osmanthus, Schwertlilie) gesellen sich zwei Gewürze, die ich eigentlich liebe, die aber in diesem Parfum für Unruhe und Disharmonie sorgen: Ingwer und Safran. (Welche Art von Ingwer und Safran, frage ich mich). Außerdem riecht man Vetiver. Diese Kombo paßt nicht gut zusammen und verhält sich in etwas so als ob ein Haufen Motorsägen ein Klassik-Konzert bewußt stören würden - will sagen: Die Grundidee ist wundervoll, aber man kann der Musik nicht in Ruhe lauschen, da sie laufend durch Zwischentöne gestört wird. Äußerst schade. Es hätte ein wirklich tolles Konzert werden können.

Tentation von Eisenberg Paris


Ein äußerst eigentümlicher Duft, dessen Kopfnoten fast unverzüglich dem Hauptakkord einen sehr prägnanten Auftritt einräumen. Dieser erfolgt mit Rose, Jasmin, Veilchen und einem vom Hersteller selbst so genannten "Meeresakkord". Selten habe ich etwas Unpassenderes wahrgenommen als diese Mischung, denn hier werden Komponenten miteinander verwoben, die nicht harmonieren. Zum Schluß kommt das Beste an diesem Parfum, nämlich der weiche Drydown aus Moschus, Tonkabohne, Vanille und Patchouli. Die hochtrabend "L'Art du Parfum" betitelte Eisenberg-Reihe aus dem Jahre 2010, die offensichtlich an den Nischenduft-Hype anknüpfen will, wartet mit künstlerisch gestalteten Verpackungen auf (Juares Machado hat die Bilder für die Kartons entworfen), während die Flakons selbst durch relativ plumpes Design kein SammlerInnenherz höher schlagen lassen. Die Parfums mit sexy Namen wie "Le Peché = Die Sünde", "Love Affair" oder "Tentation = Verführung" sind allesamt eher Mittelmaß als Ausdruck höchster Parfumkunst. Der beste Duft der Reihe heißt übrigens "So French!" und erinnert entfernt an das schon lange nicht mehr von Guy Laroche produzierte Parfum "J'ai osé" . "Tentation" ist ein kräftiger, florientaler Duft, der dem Abend vorbehalten bleiben sollte. Großes Verlangen (wie auf der Umverpackung angepriesen, wo es heißt: "Le désir fait fléchir, incline et soumet") erzeugt er in mir nicht.

Terre d'Hermes


Im "Spiegel" stand im Februar 2012 zu lesen, daß Claudia Roth von den Grünen diesen Duft trägt, früher habe sie Opium genommen, heute Terre d'Hermes. Mir gefällt der Duft nicht, er ist mir zu herb und erdig, selbst für Männer. Am Anfang riecht er frisch-würzig, aber die Basis hat etwas sehr Stechendes, Kratziges, was mich an Hustensirup erinnert.

The Big Pony Collection for Women No. 4 von Ralph Lauren


Von der gesamten Big Pony Kollektion für Frauen ist Nummer 4 die gelungendste Kreation, wenngleich auch hier nichts Außergewöhnliches in den lila Flakon gefüllt worden ist: Üppige, süße Kirschen auf einer sanften, cremigen, ambrierten Basis. Wird nach einigen Minuten immer süßer und verklingt dann schnell. Die "Big Pony Familie" ist eine lässige, verspielte, bunte Truppe für junge Leute in Ralph Lauren Sport-Outfits. Nummer 4 ist ein sehr leichter "Gourmand"-Duft, für meinen Geschmack zu belanglos geraten.

The Soft Lawn von Imaginary Authors


In seinem in Vergessenheit geratenen Meisterwerk "The Soft Lawn" aus dem Jahre 1925 beschrieb der 1893 geborene Autor Claude LeCoq die Erlebnisse eines jungen Liebespaares, das aufgrund sozialer Unterschiede nicht heiraten durfte. LeCoq, der Zeit seines Lebens unter seinem im US-amerikanischen Sprachraum sehr zwiespältig aufgenommenen Namen litt ("the cock"), verarbeitete in "The Soft Lawn" viel Autobiographisches. Aus einer einflußreichen Bostoner Geldadelfamilie stammend, verliebte er sich als junger Mann im Tennisclub in ein Mädchen, dessen Aufgabe es war, die verlorenen Tennisbälle aufzusammeln. Da LeCoqs Eltern sich strikt gegen eine Beziehung zu dem 17-jährigen lower class girl wandten, mußte der Autor (im Roman Percy genannt) seine große Liebe heimlich treffen. Der lakonisch erzählte Roman, der in manchen Passagen sowohl die Technik des "stream of consciousness" als auch Elemente des Absurden enthält, begeistert auch noch heute durch seine überraschende Modernität und Aktualität. In einer Schlüsselszene, die auf dem weichen Rasen des Tennisplatzes bei Nacht spielt, liegen Percy und seine Angebetete unter einem Lindenbaum. Percy hat das Haar seiner Freundin mit einem Kranz aus Efeu-und-Lorbeerblättern geschmückt, da er Ivy, dem jungen jungfräulichen Mädchen aus der Vorstadt, das Gefühl geben möchte, bei ihm uneingeschränkt gesiegt zu haben. Auf 300 Tennisbälle gebettet, die Percy auf einer Unterlage aus Eichenmoos gekonnt so angeordnet hat, daß sie nicht wegrutschen können, bittet er um die Hand seiner Freundin, die ihm unter Tränen gesteht, daß sie zwar schon lange auf diesen Antrag gewartet habe, ihn aber aus Rücksicht auf ihn und seine familiären sozialen Verpflichtungen nicht annehmen könne. Doch LeCoq würde seinen Namen nicht alle Ehre machen, wenn er jetzt nicht alle vornehme Zurückhaltung fallen lassen würde. "Although she had not consented to become his wife, she had clearly declared her love for him. Now the time had arrived. The time to show her his cucumber...". (Seite 166, Harbour&Herbs Press, 1969). Um "The Soft Lawn" wieder ins öffentliche Bewußtsein zu rücken und dem Werk die Bedeutung zu verleihen, die es aus literaturwissenschaftlicher Sicht verdient, gibt es seit 2012 auch ein Duftwasser, das die oben beschriebene Schlüsselszene auf dem Tennisplatz-Bett olfaktorisch kongenial umsetzt. Wir haben es hier mit einer kulturell bedeutsamen Verbindung aus Literatur und Parfumkunst zu tun, die äußerst originell ist. Daß der Duft "The Soft Lawn" ein Topseller unter deutschen und amerikanischen Pseudo-Intellektuellen werden wird, ist anzunehmen. Der Roman selbst ist dem Duft auf jeden Fall vorzuziehen.

Tocadilly von Rochas


Die Noten sehen auf dem Papier gut aus: Flieder, Gurke, Kokos. Sheldrake, ein Meisterparfümeur, komponierte diesen Flanker von "Tocade" im Jahre 1997. Obwohl mir "Tocadilly" besser gefällt als "Tocade", kann ich keinen besonderen Zauber ausmachen. Der Duft kommt sehr synthetisch rüber und erinnert eher an ein höherpreisiges Raumspray als an ein Parfum, das man auf der Haut tragen kann. Nicht empfehlenswert.

Tolu


ist ein sehr pudriger Duft, mit viel Opoponax und einem starken Amber-Akzent. Blumig kommt das Parfum nicht daher, von Rose oder Maiglöckchen (wie von der Parfümerin angegeben) merke ich nichts. Tolu ist sehr sanft und schön abgemischt, ein angenehmer Duft, allerdings nicht aufregend. Ich empfinde "Tolu" als ruhig und warm. Ein Qualitätsparfum von Ormonde Jayne. Hier spürt man noch die Handschrift einer Parfümerin, die auf natürliche Inhaltsstoffe setzt.

Papevero Suave von L'Erbolario


Ein interessanter Duft von der italienischen Firma L'Erbolario! Er startet fruchtig (Pfirsich, Mandarine), wird dann blumig (Rose, Jasmin, Mohnblüten - ? - ) und endet schließlich süß-vanillig, aber dennoch leicht holzig. Der Mix aus süßen und rauchigen Akkorden ist ungewöhnlich und faszinierend. Mohnblüten haben fast keinen Geruch, daher glaube ich nicht, daß sie den Duftverlauf beeinflussen können, wohl aber die bildhübsche Verpackung. Es sind übrigens keinerlei Ähnlichkeiten zu "Flower by Kenzo" festzustellen (hier sieht man ja ebenfalls die legendäre Mohnblüte auf der Verpackung u. im Flakon), "Papavero Suave" ist ein eigenständiger Duft, der sinnlich-warm und relativ komplex daherkommt. Haltbarkeit und Sillage sind für einen Duft dieser moderaten Preiskategorie ausgezeichnet.

Paradox von Jacomo


Jacomos "Paradox" ist eine wundervolle Kreation! Ich hätte diesen Duft ohne Luca Turin nie entdeckt, denn er nennt ihn "Mozart in einer Parfumflasche" - und ich liebe Mozart fast abgöttisch. Was ist das Besondere an diesem Parfum? Es ist - zum Glück - nicht zuckrig. Es enthält Noten wie Vanille, Melone und Mandarine, aber es riecht NICHT wie eine dieser üblichen, langweiligen Ostsalat-Düfte, die ich im übrigen nicht ausstehen kann. Paradox beinhaltet neben den fruchtigen Komponenten außerdem Patchouli, aber in einer unaufdringlichen, feinen Art. Zudem sollen Zypresse und Vetiver enthalten sein, wohl alles Komponenten, die Süße ausbalancieren können. Blumen findet man übrigens in diesem Parfum kaum. Es ist auf eine sehr ungekünstelte, natürliche Art perfekt, keine Note zuviel, keine zuwenig, es ist heiter, leicht und gleichzeitig tiefsinnig und es ist unglaublich angenehm, zudem stimmungsaufhellend. "Paradox" paßt paradoxerweise überall hin und kann jederzeit getragen werden. Es ist universell - so wie Mozart. Wie oft habe ich mich schon im stillen Kämmerlein über Luca Turin aufgeregt, aber auf der anderen Seite verdanke ich ihm auch einige absolute Top-Tips, Parfums, auf die ich ohne die Lektüre seiner Artikel und Bücher nie gekommen wäre. "Paradox" ist wieder so ein Fall! Danke, LT!

Par Amour toujours von Clarins


Clarins Duft "Par Amour toujours" startet mit einer sehr starken Grapefruitnote, die aber ein bißchen "schweißig" wirkt, also nicht 100% gelungen. Die Zusammenstellung der Herznoten (rosa Pfeffer, Johannisbeere, Rose) ist ganz ansprechend, die seltsame Pampelmuse bleibt bis in den Drydown hinein wahrnehmbar und nervt. Es ist offensichtlich verdammt schwierig, einen guten Grapefruit-Duft zu machen. "Par Amour toujours" ist definitiv kein Meilenstein auf diesem Terrain, aber tragbar.

Parfum Sacré Intense Eau de Parfum von Caron


"Parfum Sacré" ist ein Reformulierungsopfer erster Güteklasse. Da die reformulierte Version schwach auf der Brust war, hat man im Jahre 2010 die Variante "Intense" herausgebracht, auf die sich diese Kritik bezieht. "Parfum Sacré" beginnt mit Jasmin, Rose, Zitrone und warmen Gewürzen. Man nimmt sehr schnell den berühmten Weihrauch-Akkord wahr, der sich stärker entwickelt, wenn man das Parfum länger trägt. "Parfum Sacré Intense" ist ein schwerer, dunkler Duft, den nicht jede/r tragen kann. An jungen Mädchen würde "Sacré" wohl irritierend wirken, aber als Abendduft für eine reife Frau, die ihren Stil gefunden hat, ist "Sacré" außergewöhnlich. Die Trägerin oder der Träger sollten jedoch Weihrauch und Gewürze lieben und sich trauen, aufzufallen. Kein Parfum für's Büro oder für Vormittage in Jogging-Anzügen.

Paris Hilton Passport Tokyo


Wer hier einen Kirschblütenduft erwartet (wie die Verpackung suggeriert), der wird enttäuscht sein und sollte es (falls es etwas aus dem Teenager-Segment sein sollte) mit Pussy Deluxe "Showcat" versuchen. Paris Hilton "Tokyo" ist ein unterdurchschnittlicher, recht "clean" riechender Duft, erinnert an eine Mischung aus billigem Duschgel und Handseife aus dem Spender auf der Autobahntoilette. Ein meiner Meinung nach komplett überflüssiger Teenie-Duft, der kaum etwas zur "Bildung" der jungen Nasen beiträgt, weil hier nichts geboten wird, was nicht alle ohnehin schon kennen. Lediglich das "Outfit" ist niedlich und hat in der Entwicklung sicher viel mehr gekostet als der Inhalt des Flacons (bestimmt in der Produktion nicht mehr als 50 Cent wert, wobei der Parfumalkohol teurer ist als die enthaltenen billigen "Aromachemicals").

Paris von Yves Saint Laurent


"Paris" ist eine von Sophia Grojsmans besten Arbeiten. Eine Rose aus den 80er Jahren: so kraftstrotzend und umwerfend, daß man von einer olfaktiven Bombe sprechen muß! (Was ist dagegen schon "Flowerbomb"? ) Heute nur noch in ganz geringen Dosen zu verwenden, da viele Leute "Paris" als zu stark empfinden. Toll zu einem 80er-Retro-Outfit in Knallpink.

Paris Sommerduft 2012 Premieres Roses


Wem "Paris", der Rosenklassiker von Sophia Grosjman, manchmal zu schwer und extrem ist, der wird sich über diese Light-Version freuen. Ich z.B. bin froh, diesen Duft in London gefunden zu haben, denn er soll wohl in Deutschland gar nicht auf den Markt kommen. In dieser 2012-Version sind die Rosen frisch, taufrisch, sozusagen (Premieres Roses) und erdrücken und beschweren nicht, dennoch ist das charakteristische "Paris-Aroma" ganz klar zu erkennen.Ausgezeichnet!

Passage d'Enfer von L'Artisan Parfumeur


Diese "Höllenpassage" wurde nach der Straße in Paris benannt, in der sich das Büro der Herstellerfirma befindet. Olivia Giacobettit hat einen leichten, zarten Weihrauchduft geschaffen, der an einen sonnendurchfluteten Zypressenhain erinnert und kaum Anklänge an einen sakralen Raum hat (wie z.B. "Zagorsk" von CdG). Mich überzeugt ihre Weihrauch-Interpretation nicht. Aus dem Thema kann man mehr rausholen. Die "Passage d'Enfer"-Nummer wirkt zu zahm, quasi eine "Hölle light". Eventuell als "Ambiance Spray" zu verwenden.

Patchouly Bohème von LM Parfums


Ein Nischenduft aus dem Jahre 2010. Die Firma LM wurde von Laurent Mazzoni gegründet und gibt sich ein dunkles Image, das etwas an die "Gothik-Ästhetik" erinnert. Der dunkle 100 ml Flakon steckt in einer schwarzen Samtschachtel. "PATCHOULY BOHEME" riecht keinesfalls nur nach Patchouli. Hier werden dunkle Noten, Leder, Tabak und Tolubalsam zu einem sanften, aber eindringlichen Aroma vermischt. "Patchouly Bohème" hat eine unangenehme Kopfnote, die irritierend wirkt, sich aber nach einigen Minuten verflüchtigt. Der Duft wird dann dominiert von einem eigenartig rauchig-holzigen Aroma, das dem Material Patchouli neue Facetten abgewinnt, die ich so noch nicht kannte. Spannend und gut gemacht! In hohen Dosen ist "PB" erstickend, diskret angewendet kann dieser Duft aber an der richtigen Person sehr faszinierend und sinnlich wirken. "Schön" im klassischen Sinne ist dieser Duft nicht, aber "schön anders". Auf jeden Fall eine Probe wert.

Peace, Love and Juicy Couture von Juicy Couture


Dieser Duft ist sehr frisch und startet mit grünen Akzenten und Zitrusaromen, er ist beschwingt und riecht nach Frühling. Er ist kein "fruity-floral", also kein Obstsalat-Duft. Nach dem sehr frischen Auftakt wird der Duft nach einer knappen Viertelstunde sehr ruhig, Geißblatt und Gräser auf einem sehr leichten Fond sind wahrnehmbar, bevor "Peace and Love" sich leider schon verabschiedet. Man muß also oft nachlegen, was aber bei dem hübschen Flakon sogar Spaß macht (man kann ja auch mal versuchen, das Positive an einem "Leichtgewicht" zu sehen). Unkomplizierter Duft für alle Altersgruppen, tut niemandem weh, haut aber auch keinen vom Hocker. Sollte er vom Markt verschwinden (wie die meisten Neulancierungen nach zwei Jahren), wird er kaum vermißt werden. Es gibt in diesem Genre genügend Alternativen, die besser sind.

Peau de Peche Keiko Mecheri


Der PFIRSICH-Duft schlechthin! Riecht fruchtig-frisch, fein, natürlich, einfach wunderschön! Passend für absolut jede Gelegenheit, ist dies mein "Allrounder". Nicht aufdringlich, aber sehr gut wahrnehmbar! Hält bombastisch. Eine großartige Kreation, die in ihrer Simplizität genial ist.

Pentachords White von Tauer Parfums


Eine sehr fragwürdige Komposition. Zunächst dachte ich, der Duft sei "umgekippt", also schon über's Verfallsdatum hinaus, aber das kann gar nicht sein, das Pröbchen ist neu. Wenn die ranzig-abgestanden riechenden Kopfnoten verflogen sind, nimmt man Holzpolitur (Poliboy!) wahr, dann folgt ein anderes, fieses Aroma, das (pfui!) nach übersäuertem Mageninhalt riecht. Wie kommt man auf solch eine Kreation? Andy Tauer hat schon sehr viel Besseres erdacht. "Pentachords White" ist der schlechteste Duft, den ich je von ihm gerochen habe.

Perceive Dew von Avon


Unerträglich synthetischer Horrorduft. Olfaktorische Stille – also gar kein Parfum – ist tausend Mal besser als diese Chemiekeule. Gruselig.

PG02 Cozé Parfumerie Générale


Auf dem Beipackzettel steht (ja, auch manche Parfums haben so etwas!), dieser Duft habe gar keine Kopfnote. Angeblich geht er gleich medias in res! Für mich riecht er dennoch am Anfang etwas anders als im "Herzen". Cozé beginnt ein wenig rauchig und dunkel, mit Akzenten von Schokolade und einer starken Hanfnote, die ich - wenn ich's nicht dem "Beipackzettel" entnommen hätte - als Patchouli interpretiert hätte. Auch Hölzer sind sehr gut wahrzunehmen, außerdem ein leicht cognacartiger Akkord, der dem Duft besondere Schönheit verleiht. Im Herzen riecht man zudem Pfeffer und ein bißchen Tabak, die oft erwähnte Hanfnote erschließt sich mir nicht (vielleicht aus Mangel an Erfahrung mit dieser Art von Gras?). Im Drydown nimmt man weiterhin Patchouli zusammen mit einem dezenten Vanillehauch und den schon erwähnten Hölzern wahr. Eine sehr fein ausbalancierte, warme Komposition. Cozé wird oft als Gourmand-Parfum bezeichnet; ich empfinde es eher als holzig-warm, kraftvoll, aber dennoch sanft. Sehr, sehr gut. Mit diesem Parfum hat Pierre Guillaume nichts Revolutionäres erschaffen, denn es gibt einige Kompositionen auf dem Niche-Sektor, die ähnlich riechen, doch keine ist so angenehm ausgewogen. Wer mit Hanföl und Patchouli ein Problem hat, sollte "Cozé" meiden, allen, die sich für holzig-würzige Düfte erwärmen können, sei diese Kreation sehr empfohlen.

Pink de Pink von Chris Adams


Wer ist Chris Adams? Angeblich in Paris beheimatet - so steht zu auf der Packung von "Pink de Pink". Man findet die Düfte von Chris Adams z.B. im Kaufhof in dem Regal mit den Billigangeboten. Auch "Pink de Pink" entdeckte ich dort im Sommer 2013, denn ich schrecke vor nichts zurück. Keine noch so trashige Verpackung kann mich davon abhalten, einen Duft zu testen. Und was soll ich sagen? "Pink de Pink" ist sogar ein angenehmer Fruity-Floral. Er riecht austauschbar und "O815", aber er ist okay für den Preis von 9.90 Euro und ist nicht schlechter als viele höherpreisige Düfte, die genauso duften. Die Haltbarkeit läßt allerdings zu wünschen übrig, aber die Flasche ist groß genug, um sehr ausgiebig zu sprühen.

Pink pepper&Grapefruit von Aqua Colonia 4711


Grapefruit gilt als extrem volatil und schwierig, doch die Parfümeurin von 4711 hat den frisch-säuerlichen Duft der pinken Pampelmuse erfolgreich in die Flasche gebannt, Chapeau! Die Kombination mit dem pinken Pfeffer gefällt mir persönlich nicht besonders, aber das ist eben absolute Geschmacksache. Die Schärfe des Pfeffers läßt den Duft im Drydown in eine gewisse dumpf-muffige Ecke abgleiten. Schade! Der Auftakt war so herrlich erfrischend, doch was nach zwei Stunden auf meiner Haut und meinen Kleidern zurückbleibt, ist nicht schön. Ein würzig-scharfer, dennoch "kellergeschoßartiger" Geruch, sicherlich Vetiver. Leider kein Kaufkandidat für mich, obwohl ich Grapefruit sehr mag. Die Paarung mit dem rosa Pfeffer und den Vetiver empfinde ich als problematisch.

Pleasures Eau Fraîche


Hier handelt es sich um eine leichtere Sommerversion des blumig-cleanen "Pleasure-Duftes", (der im Jahre 1995 lanciert wurde). Wer den ursprünglichen Pleasures-Duft nicht mag, sollte Eau Fraiche nicht in Erwägung ziehen, denn die neue Variante ist von der ersten Kreation nicht weit entfernt... warum sollte Lauder auch an diesem Bestseller viel verändern? Getreu dem Motto "Never change a winning team" sind die Unterschiede kaum spürbar. Pfingstrose, Jasmin, Lilien, rosa Pfeffer... all diese Komponenten bleiben erhalten, die (neue!) leichte Fliederkopfnote wird im Herzen nicht aufgenommen (Enttäuschung bei mir... ich hätte mir mehr Flieder gewünscht). Etwas frischer und grüner kommt der Duft rüber, aber da ich mich für die adrette Ursprungs-Version auch nie wirklich erwärmen konnte, ist auch das neue "Eau fraiche" nicht auf meiner Kaufkandidaten-Liste gelandet. Natürlich ist "Pleasures Eau fraiche" bei weitem besser als z.B. das neue "Pleats Please", riecht aber ebenfalls künstlich-synthetisch und hat diesen speziellen Charme von "frisch geduscht", "Sauberfrau/mann"... also eine klinisch-cleane Aura, die mir persönlich zu steril ist. "For the sheer pleasure of it"? (=Werbespruch zum Duft). Naja, wem's Spaß macht... ach ja, noch etwas, die Plastik-Kappe in PINK auf dem Flakon sieht nicht besonders edel aus.

Pleasures von Estee Lauder (1995)


Ein extremer Blumenduft, der nach einer Weile unglaublich nervt. Viele, viele bunte Blumen in einer Flasche – und wie immer bei Estee Lauder eine Mega-Sillage. Diesen Blumen kann'ste nicht entkommen. Irgendwann bekam ich eine Flasche "Pleasures" geschenkt und fand den Duft zu Beginn gar nicht übel. Die Blumen wurden im Tagesverlauf überlagert von rosa Pfeffer, der dem Ganzen eine metallische, sehr stechende Aura gab. Nichts für mich! Gwyneth Paltrow, mit der dieses Parfum beworben wird, hat die passende Ausstrahlung: kühl und blond. Vielleicht zur Abwechslung mal kein schlechter Duft für Männer, die blumige Noten mögen. Ich persönlich kann keinerlei Vergnügen an "Pleasures" finden – trotz des Namens und der Bewertung als "Meilenstein" der Parfumkunst, die einige Kritiker diesem Parfum haben zuteil werden lassen.

Pleats Please von Issey Miyake


Mit Issey Miyake hatte ich schon immer meine Schwierigkeiten. Der große Wurf aus dem Jahre 1993 hat mir nie gefallen, " L'Eau d'Issey" habe ich stets gemieden. Jetzt sind die Schaufenster und Tragetüten gepflastert und zugeballert mit "Pleats Please", kreiert von Aurelien Guichard. Noch gestern hat einer der von mir am meisten geschätzten Blogger, Persolaise aus London, Aurelien Guichard getroffen und erkundigte sich vorher auf Twitter, ob jemand eine spezielle Frage an den Parfümeur habe. Ja, ich habe eine... aber ich vermute, Persolaise hat sie nicht gestellt, denn sie wäre unhöflich gewesen. Und Engländer sind nicht so "rude" wie ich es manchmal bin. Ich möchte nämlich wissen, warum "Pleats please" so scheußlich riecht, daß ich dem Duft durchaus den Pokal "Widerlichste Neuerscheinung des Frühjahrs 2013" verleihen würde. Wir haben es hier mit einem extremen Fruity-Floral mit Birnenaroma zu tun. Schon die Kopfnote erschägt mich, sie ist einzigartig künstlich. Das Herz ist garniert mit einem schon oft verwendeten Blumen-Frucht-Moschus-Akkord. "Pleats please" erinnert an viele bekannte Fruity-Florals, toppt sie aber alle in puncto Künstlichkeit und Synthetik. Artifizielle Nashi-Birne, Pfingstrose, Vanille, Patchouli, Moschus, Zimt... - zusammen eine einzige, kaum zu ertragende Chemiekeule, die schlimmer nicht sein könnte. Hier handelt es sich nicht um einen "harmlosen" Fruity-Floral im bekannten "Shampoo-Stil" (oder auch im "Duschgel-Style"), nein, "Pleats please" ist ein Duft, der fürchterlich riecht und der dazu auch noch bombastisch hält! Verpackung und Flakon sind hinreißend... - wie gern hätte ich ihn gekauft. Aber was soll ich mit diesem Chemielabor im "Plissée-Flakon?". No needs, please, for "Pleats please". Go away, please...

Poeme von Lancome


Eines der übelsten und aufdringlichsten Parfums schlechthin. Wohl dem, der noch nie einen bekennenden "Poeme-User" gerochen.

"Poésie d'un Parfum d'Hiver" von Givenchy


Dieser trägt einen der kompliziertesten Namen in der Geschichte von Givenchy: "Sehr unwiderstehlich - Poesie eines Winterparfums" und ist eine olfaktorische Bombe, die zielsicher trifft (wenn das Ziel lautet, nicht so zu riechen wie ein Strauß frischgepflückter Rosen). "Poesie eines Winterparfums" steht nicht auf Tageslicht und mag Winterabende. Es ist ein Mix aus warmen Gewürzen (Sternanis, Zimt, Ingwer) mit starken Anteilen an dunklen Harzen und einem Touch Rose. Der Duft ist relativ opulent, wer klassische Weihnachtsgewürze nicht leiden kann, sollte ihn nicht in Erwägung ziehen. Meiner Meinung nach ist "Poésie..." ein hervorragendes Parfum für alle, die sich runterfahren wollen, wenn sie ein bißchen angespannt sind; die würzig-orientalische Mischung fühlt sich sehr angenehm an. Ich nehme zudem einen Hauch des guten alten "Organza Indécence" in "Poésie d'un Parfum d'Hiver" wahr, zumindest weist der Winterpoesie-Duft in die selbe würzige Richtung: warm und fein abgemischt.

Poison von Dior


"Poison" - das Parfum der 80er - ein absoluter Love-or-Hate-Duft. Eine schwere, süße Tuberose - dominant, laut - aber genial. Solche Parfums kann man heute mit der Lupe suchen. Düfte, die sich sofort einprägen, unvergeßlich bleiben. "Poison" ist so ein Parfum, es ist derartig markant, daß man es immer im Gedächtnis behält. Das "Poison" aus dem Jahre 2012 ist - wie sollte es anders sein bei Dior - reformuliert worden. Es ist heute etwas transparenter und holziger, hat weniger Tiefe als damals. Schade. Ich kann auch mit der neuen Version leben, bevorzuge aber den Knaller aus den 80ern.

Pontevecchio W, Fragranza Suprema von Nobile 1942


Dieser Duft erinnert stark an "Fidji" von Guy Laroche. Hochwertig und elegant, fehlt ihm dennoch die einzigartige Aura des legendären "Fidjis" (Vintage!), was wahrscheinlich daran liegt, daß Nobile 1942 im 21. Jahrhundert nicht die Inhaltsstoffe benutzen darf/kann, die Guy Laroche zur Verfügung standen. "Pontevecchio" hat einen seifigen Drydown und eine gute Sillage, bleibt aber letzten Endes ein enttäuschendes Parfum, da es dem Parfumeur an eigenen Ideen mangelte.

Princess Night von Vera Wang


Eine sehr starke Vanillekomponente wurde hier gemischt mit dem bekannten "Princess-Frucht-Mix"und ergibt einen netten Flanker. Schön für junge Mädchen, besser als die bisherigen "Princess-Editions". Wer Vanille nicht mag, sollte hier passen.

Profumo Eau de Parfum von Acqua di Parma


Dieses Parfum ist einfach wunderschön. Ich habe lange nach einem Duft, den ich als Alternative zu Mitsouko tragen kann gesucht! Endlich bin ich fündig geworden. "Profumo" riecht sehr ähnlich, ein bißchen leichter und etwas mehr nach Pflaume als nach Pfirsisch. Sehr sanft, ein edler Chypre in warmen Farben, keinerlei schrille Töne, sondern ein einhüllender, satter Akkord, holzig-samtige Schönheit. "Profumo" ist keinesfalls "neu" oder "ultra-kreativ", sondern klassisch-elegant und paßt zu allen Gelegenheiten.

Promesse von Cacharel


Dieser Duft ist leicht und sanft, frisch-blumig, leicht fruchtig. Kein schreiender Fruity-Floral, sondern eine schöne Variante zum Thema sommerlich-frisch (ohne Obstsalat). Die Basisnoten sind leicht synthetisch, aber das verdirbt mir in diesem Falle den Spaß nicht. Schade, daß "Promesse" kein Cacharel-Knüller geworden ist (so wie Loulou oder Anais-Anais). Vielleicht ist der Duft einfach zu zurückhaltend.

Provocative Woman von Elizabeth Arden


Die Reklame war ganz nett, Catherine Zeta-Jones wurde seinerzeit für die Kampagne engagiert. Mit Arden-Düften kann ich mich nur schwer anfreunden, die meisten sind mir zu roh, ungeschlacht und aufdringlich. "Red Door" z.B. erschlägt mich. "Provocative Woman" ist auch nicht gerade ein feiner Duft, aber nicht provokativ, sondern sehr konventionell, auf unangenehme Art. Moschuslastige Blüten, mit Beeren und Früchten, alles extrem synthetisch. Hält lang und wirkt ordinär. Nicht zu empfehlen.

Pur Désir de Pivoine von Yves Rocher


Wenn man den Duft von Pfingstrosen nicht mag, sollte man dieses Eau de toilette meiden, denn es bietet nicht sehr viel mehr als "Pivoine", allerdings in ihrer schönsten Form, frisch und nicht zu süß, untermalt von grünen Akzenten. Leider hat Yves Rocher den alten Pivoine-Duft in der weißen Flasche mit dem Blumenverschluß schon vor Jahren vom Markt genommen, er war ebenfalls sehr gut (doch seifiger) und hielt viel länger als das neue EdT. "Pur Désir de Pivoine" wird von Körperpflegeprodukten ergänzt, mit denen man den Effekt der blumigen Frische etwas "verlängern" kann. Ich mag diesen simplen, frühlingshaften Duft und trage ihn gern morgens großzügig auf. Auch preislich im "grünen Bereich".

Pure Grace von Philosophy


Philosophy "Pure Grace" ist wohl entwickelt worden, um dem Träger oder der Trägerin das Gefühl zu vermitteln, frisch geduscht zu sein. Schon auf der Verpackung steht: "Nothing smells better than soap and water clean", was natürlich Geschmackssache ist und den Grundgedanken der Parfümerie schlechthin ad absurdum führt. Klare Anklänge an Waschpulver (das billige von "Ja" oder "Aldi") sind zu vernehmen, manche wiederum erinnert das Parfum an Krankenhausgänge und Putzmittel. Als Parfum-Öl hält "Pure Grace" zwei Stunden auf meiner Haut, was für diese Konzentration sehr mäßig ist. "Nothing smells better than soap and water clean." Wenn das wirklich so wäre, erübrigte sich diese Review-Sammlung...

Pure Woman von Bruno Banani


Ein fruchtig-blumiger Duft, der sich in seiner Banalität nur durch seine "Bananität" von anderen abhebt. Warum "Frau pur" einen pinken Flakon hat, hat Barbie Herrn Banani bestimmt genau erklärt, bevor das Design in Produktion ging.

Rain von Marc Jacobs


Unkompliziert, zart, frisch, angenehm. Es gibt einige günstigere Düfte, die auch so riechen, z.B. von Essence "Like a walk in the summer rain" oder von Demeter "Rain". Immer gut, wenn man keine Lust auf starke, komplizierte, vielschichtige Parfums hat.

Rare Sapphires von Avon


Diesen Duft hat Avon 2012 aufgrund der starken Nachfrage nochmals aufgelegt. Er ist ziemlich außergewöhnlich - kein langweiliger Fruchtsalat-Blümchen-Durchschnitt, sondern eine sehr eigenwillige Komposition. Feige dominiert im Herzen, außerdem nimmt man grüne Noten und Grapefruit wahr. Blumige Noten erkenne ich kaum, vielleicht könnte man "Rare Sappires" als grün-balsamischen Duft beschreiben, um ihm näher zu kommen. Er hält außergewöhnlich gut und ist kräftig. Alles andere als ein Mauerblümchen-Wasser. Den ersten "Rare Sapphires" kenne ich leider nicht, mein Kommentar bezieht sich auf die neue Version, die ich empfehlen kann.

Rebelle von Rihanna


Unerträglich synthetische, süßlich-klebrige Sauce, die den ganzen Tag über hält. Der Name stimmt: Dieser Duft ist so schlecht, daß man völlig rebellisch wird, wenn man ihm zum Opfer fällt. Eine echte Zumutung. Einziger Pluspunkt ist der attraktive Flakon.

Red von Giorgio Beverly Hills


Die rote und würzige Schwester des gelben Kopfschmerz-Duftes riecht ebenfalls stark und ist "raumfreifend". Meine neuste Flasche (2012) hat irgendwie weniger Power als die Vorgänger, aber die Schlagkraft genügt, um mit paar Spritzern einen Tag lang orientalisch-würzig durch die Gegend laufen zu können. "Fein" ist dieser Duft nicht, aber er hat den Retro-Charme der 80er.

Retropical von Yves Rocher


Yves Rochers neues Sommer-Edt "Retropical" soll an einen Sommer vor 30, 40 Jahren erinnern, auf jeden Fall verstehe ich den Namen "Retropical" als Referenzpunkt für alles, was man sonst so "Vintage" nennt. "Vintage" ist der Duft aber gar nicht. Juliette Karagueuzoglou, die z.B. für Ferragamo den Duft "Signorina" komponiert hat, kann man nicht das Kompliment machen, hier ihr Meisterstück abgeliefert zu haben, aber richtig mies finde ich "Retropical" auch nicht. Yves Rocher behauptet, daß natürliche essentielle Öle (Mandarine, Bergamotte, Orange) in dem Duft verarbeitet wurden. Viel merke ich davon nicht. Die Kopfnoten sind leicht acquatisch, dann jedoch rieche ich exotische Blüten und viel, too much (!!!) "cocoanut", nicht ganz mein Geschmack, diese Nuance hätte die Parfümeurin meines Erachtens auch weglassen können. In der Basis findet sich laut Yves Rocher "der Geruch von warmem Sand" - ich habe ihn allerdings nicht wahrgenommen. Vielleicht weiß ich aber auch nicht so genau, wie warmer Sand riecht. Wenn ich im Sand liege, nehme ich eher die Wärme und die Konsistenz des Sandes wahr, dazu den Geruch des Meeres, meiner Sonenncreme, der Wassermelone neben mir... - ich habe "warmen Sand" selbst als Duftkomponente noch nicht richtig studiert. "Retropical" ist akzeptabel, aber nicht überragend, geschweige denn überraschend. Die Verpackung ist besser als der Duft selbst.

Reve Indien Fragonard


Alternative zu Shalimar, sehr viel günstiger als das Original. Wurde mir in Grasse im Fragonard-Shop wärmstens empfohlen und riecht fast identisch. Da Shalimar seit einiger Zeit eine "Umformulierung" erlitten hat, könnte der Fragonard-Duft noch interessanter werden... falls er wenigstens noch so riecht wie vor fünf Jahren...(man weiß ja nie!).

Rive Gauche pour homme von YSL


ist ein intensiver, würziger Duft, der uns mit einer starken Anis-Kopfnote begrüßt, um kurz darauf schon sehr holzig und patchouliartig zu werden. Auch Nelke und Vetiver sind deutlich zu riechen. Kein Duft für schüchterne Männer (oder Frauen!), sondern ein Klassiker im "Barbershop"-Style, verwandt mit "Drakkar Noire" von Guy Laroche. Stark, aber nicht erdrückend. Sehr zu empfehlen.

Paloma Picasso


Riecht heute anders als vor einigen Jahren. Der Duft beginnt mit Jasmin und Bergamotte, dann folgen Rose, Patchouli,Labdanum und schließlich ein Chypre-Akkord als Basis. Die Inhaltsstoffe hatten früher mehr Strahlkraft, heute empfinde ich "Paloma Picasso" als ein Parfum, das auf halber Strecke stehenbleibt, es hat etwas Unausgegorenes. Der Duft ist nicht übel, aber ihm fehlt die Schönheit von "Knowing" oder "Beautiful" (um andere Chypres zu nenne, die Rose enthalten), er ist aber auch nicht bombastisch oder "symphonisch" wie z.B. "Boucheron" vor seiner Reformulierung. In seiner heutigen Form nicht empfehlenswert.

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Palazzo von Fendi



Hochgelobt, heute stark nachgefragt, da nur kurz auf dem Markt und schnell wieder aus den Regalen verschwunden: "Palazzo" ist ein süßer, starker "Floriental", den ich ziemlich schauderhaft finde. Lychee rieche ich in der Kopfnote, dann einen Mix aus vielen anderen Mainstream-Powerdüften, Flowerbomb, Armani Code... - für mich ist es schwer nachvollziehbar, warum "Palazzo" so gepriesen wird. Schöner Flakon!

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